Jugendkriminalität:Überfälle am Pasinger Bahnhof: Zeuge nach Aussage vor Gericht mit Tod bedroht

Jugendkriminalität: Eine Jugendbande griff am Pasinger Bahnhof rund um den Jahreswechsel 2022/2023 wahllos Passanten an und raubte sie aus.

Eine Jugendbande griff am Pasinger Bahnhof rund um den Jahreswechsel 2022/2023 wahllos Passanten an und raubte sie aus.

(Foto: Catherina Hess)

Zwei Jugendliche passen den 19-Jährigen an einer U-Bahnstation ab und versuchen, ihn mit Schlägen und Worten einzuschüchtern. Die Polizei nimmt einen der Angreifer fest - es ist der Bruder eines der Angeklagten.

Weil er vor Gericht gegen einen Jugendlichen ausgesagt hatte, der sich mit drei weiteren Angeklagten derzeit wegen der Übergriffe vor einem Jahr auf Passanten am Pasinger Bahnhof verantworten muss, ist ein 19-Jähriger am späten Dienstagabend von zwei jungen Männern angegriffen und mit dem Tod bedroht worden. Wie die Polizei am Freitag berichtete, passte ein 18-Jähriger den Zeugen am U-Bahnhof Fürstenried West in Begleitung eines 15-Jährigen ab und schlug ihm mehrmals ins Gesicht. Zudem drohte er dem 19-Jährigen, dass man ihn abstechen und töten könne, sofern er weiter Freunde "verraten" würde.

Das Opfer sei auch konkret auf seine Aussagen vor Gericht angesprochen worden, so die Polizei. Bei dem Volljährigen handele es sich um den Bruder des Angeklagten. In dem Prozess, der gerade vor dem Landgericht München I verhandelt wird, sind vier Jugendliche angeklagt. Sie sollen am Pasinger Bahnhof zum Jahreswechsel 2022 und zu Beginn des Jahres 2023 wahllos Passanten angegriffen und ausgeraubt haben. Dabei sollen sie ihre Opfer nicht nur geschlagen und teils auf sie am Boden liegend eingetreten haben, in einem Fall soll auch ein Messer im Spiel gewesen sein.

Der 19-jährige Zeuge hatte im Prozess laut Polizei am 21. Dezember "umfangreiche Aussagen" gegen einen 21-jährigen Angeklagten gemacht. Das Opfer zeigte den Angriff am Mittwoch an. Gegen den 18-jährigen Bruder erging am Freitag nun ein Haftbefehl, da das "gezielte Einwirken auf einen Zeugen" einen Haftgrund darstelle, so die Polizei.

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