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Wiedereröffnung:Berggemälde, Holzzahnbürsten und Gästekimonos

Ein runderneuertes Zimmer im Mandarin Oriental in München.

Edelste Ausstattung findet man in den 73 renovierten Suiten und Zimmern.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das Fünf-Sterne-Hotel Mandarin Oriental wurde komplett runderneuert: Gediegener Luxus und regionaler Schick sollen nun wieder internationale Gäste anlocken - und 2021 beginnen die Arbeiten für einen Erweiterungsbau.

Von Franz Kotteder

Richtig schlimm war der Corona-Lockdown und der darauf folgende Einbruch im Tourismussektor eigentlich gar nicht. Jedenfalls nicht für das Luxushotel Mandarin Oriental, für die Kunstberaterin Sonja Lechner und den Künstler Felix Rehfeld. Denn im Mandarin Oriental zog man ganz einfach die ohnehin anstehende Generalsanierung der Stockwerke sechs und sieben vor. Sonja Lechner hätte eigentlich ein paar Ausstellungen kuratieren sollen, die allesamt abgesagt wurden. Dann aber kam der Anruf von Dominik G. Reiner, dem General Manager des Münchner Mandarin Oriental Hotels, ob sie nicht das Kunstkonzept für die neuen Räume machen wolle. "Das war der schönste Anruf des gesamten Lockdowns", sagt sie, und natürlich wollte sie. Selbstverständlich war auch der Künstler Felix Rehberg nicht abgeneigt, 100 Werke zu dieser Aufgabe beizusteuern.

Die Ergebnisse können sich nun wirklich sehen lassen - jedenfalls für die Menschen, für die eine Übernachtung in der Präsidentensuite (Kostenpunkt: 2500 Euro die Nacht), in der Bavaria Suite oder in einem der anderen frisch renovierten Fünf-Sterne-Zimmer erschwinglich ist. Wie es für die internationale Kette von Luxushotels üblich ist, hat man es mit edelster Ausstattung zu tun. Da ist das Beste gerade gut genug, sozusagen, und die Renovierung einer Suite kann schon mal an die 350 000 Euro kosten. Einzelzimmer - sofern der Begriff hier überhaupt angemessen ist - kommen schon mal günstiger weg, jedenfalls bekommt man für den Gegenwert dann noch lange keine Eigentumswohnung in München.

Künstler Felix Rehfeld.

(Foto: Stephan Rumpf)

Am Mittwoch stellte General Manager Dominik G. Reiner die neu gestalteten Räume der Presse vor; mit dabei waren bei der offiziellen Wiedereröffnung des Hauses für den Glamour die Popsängerin Victoria Svarovski und für die Stadt Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU). Die interessierte sich - "ich bin ja zuständig fürs Abfallwirtschaftsamt" - auch für das Müllkonzept des Hauses. So verzichtet man in den insgesamt 73 Zimmern gänzlich auf Plastikverpackungen: selbst die Gästezahnbürste ist aus Holz, die Zahnpasta wird in Form einer Kautablette geliefert. Und die Innenausstattung der Räume kommt teilweise sogar aus der Region. So stammen viele der Möbel von der Schreinerei Felix Graf aus dem Bayerischen Wald.

"Das Holz hier ist indischer Apfelbaum", erzählt Hoteldirektor Reiner, "der wächst in Bayern, das musste ich auch erst lernen." Und die Espressokapseln kommen von der Tegernseer Kaffeerösterei Feel Good. Auch die schicken Gästekimonos, die in den Badezimmern statt der Bademäntel hängen, sind aus heimischer Produktion: Die bekannten Münchner Modedesigner Talbot Runhof haben sie entworfen.

Für das Kunstkonzept "Tor zu den Alpen" hat Felix Rehfeld exakt 100 Werke geschaffen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Dass München "das Tor zu den Alpen" ist, so Kunstberaterin Sonja Lechner, war dann auch ausschlaggebend für das Kunstkonzept. Lechner hat den Münchner Künstler Felix Rehfeld ausgewählt, seinen Zyklus von Berggemälden den Zimmern anzupassen. Exakt 100 Werke hat er dafür geschaffen. Material war ausreichend vorhanden, "insgesamt sind es an die 1000 Bilder", sagt der Künstler.

"Das Team und ich können es kaum erwarten", so Reiner, "unsere Gäste endlich wieder willkommen zu heißen." Die Zimmer stehen jedenfalls bereit. Dabei war man in den letzten Monaten durchaus nicht unbeschäftigt. Die bereits vor Corona renovierten Räume waren gut gebucht. Eine Großfamilie aus dem Nahen Osten sorgte alleine schon vier Monate lang für eine ordentliche Auslastung.

Die Umbauzeit im Stammhaus haben Reiner und seine Leute zwar erst einmal hinter sich, demnächst aber geht es weiter. Im April kommenden Jahres wird das Parkhaus neben dem Hotel abgerissen, dort entsteht dann bis 2024 ein Erweiterungsbau - mit 50 neuen Zimmern und voraussichtlich 20 Appartements. Die Nachfrage danach, so Reiner, ist bereits jetzt sehr groß. So günstig wie ein runderneuertes Zimmer werden sie aber mutmaßlich wohl nicht.

© SZ vom 15.10.2020/syn
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