Ludwig-Maximilians-Universität:So soll der neue Physik-Campus am Englischen Garten aussehen

Physikcampus Englischer Garten

Insgesamt acht neue Bauten werden den Physik-Campus mit seinen Grünzonen prägen. Simulation: Büro AGN Niederberghaus & Partner

Auf dem bisherigen Gelände der Tiermedizin, die komplett nach Oberschleißheim zieht, wird sich in den nächsten Jahren viel tun. Offen und einladend soll der neue Campus werden - auch ein Café und eine Wetterwarte sind dort geplant.

Von Alfred Dürr

Die Planungen für den Physik-Campus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) entlang der Königinstraße kommen einen großen Schritt voran. Vor zwei Jahren wurde der mächtige Gebäudekubus des Nano-Instituts für zukunftsweisende Energietechniken in Betrieb genommen. Nun weiß man auch, wie der nächste Neubau für den Campus im Kreuzungsbereich mit der Veterinärstraße und direkt am Eingang zum Englischen Garten aussehen wird: ein kompakter und klar gegliederter Baukörper, mit einem transparent wirkenden Erdgeschossbereich sowie zwei Obergeschossen, die durch großzügige Fensterfronten charakterisiert sind.

Den Architekturwettbewerb für das "Forum der Physik", der gerade entschieden wurde, hat das Büro agn Niederberghaus & Partner GmbH aus Ibbenbüren gewonnen. Das Forum wird einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellungsbereich mit Cafeteria bekommen. Neben Seminarräumen und Hörsälen ziehen die Büro- und Laborräume des Lehrstuhls für Meteorologie mit Wetterwarte sowie der Lehrstuhl für Didaktik in den Komplex. Die Bauarbeiten sollen Ende 2025 beginnen.

Auf dem bisherigen Areal der Tiermedizin, die komplett nach Oberschleißheim verlagert wird, stehen tief greifende Veränderungen bevor. Insgesamt acht neue Bauten werden den Physik-Campus mit seinen Grünzonen prägen. Dass die bestehenden Nachkriegs-Komplexe abgerissen werden und damit für viele Bürger eine vertraute Ansicht verschwindet, hat für heftige Proteste gesorgt. Doch die Weichen sind gestellt, und die Planungsprozesse laufen. Lediglich der kleine Bibliotheksbau mit der Dachlaterne, der Vorplatz mit dem Schlangenbrunnen an der Königinstraße sowie der denkmalgeschützte Torbogen am Eingang zum Park und beim Milchhäusl werden künftig noch an die Tiermedizin erinnern.

Bei der LMU blickt man mit großem Optimismus in die Zukunft, was das Gelände an der Königinstraße betrifft. Der Neubau werde die Spitzenforschung im Bereich der Physik mit den entsprechenden Einrichtungen optimal unterstützen und sie mit diesem innovativen Gebäude auch nach außen repräsentieren, sagte Präsident Bernd Huber bei der Vorstellung der Ergebnisse des Architekturwettbewerbs.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) verwies auf die "sensible städtebauliche Lage" des Neubaus am Übergang von der Stadt in den Englischen Garten. Dass man den Sieger des Architektenwettbewerbs für das Forum der Physik präsentieren könne, sei ein "starkes Signal". Denn das Forum werde das Zentrum und damit die architektonische Visitenkarte der gesamten Physik-Fakultät. Der Neubau stärke "kraftvoll die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität der Münchner Physik und des Wissenschaftsstandortes Bayern insgesamt". Für exzellente wissenschaftliche Leistungen brauche man auch exzellente Rahmenbedingungen.

Bisher ist das Gelände der Tiermedizin ein weitgehend für die Öffentlichkeit verschlossener Bereich. Mit dem künftigen Campus, der wohl erst in zehn Jahren ganz vollendet sein wird, werde sich das ändern. Das betonten Thomas Kaßner vom Staatlichen Bauamt München 2 und Architekt David Gabrysch aus dem Siegerbüro Niederberghaus und Partner. Der Campus soll eine offene und einladende Atmosphäre schaffen, eine grüne Verbindung mit neuen Wegen zum Englischen Garten. Nach dem Forum, für das jetzt der Wettbewerb entschieden wurde, kommen in den nächsten Bauabschnitten die Gebäude für die Theoretische Physik und die Experimentalphysik, die unmittelbar am Englischen Garten liegen werden. Der letzte Bauabschnitt besteht dann aus drei Komplexen für die Astrophysik im Bereich des Platzes mit dem Schlangenbrunnen.

Das Gebäude des "Forums der Physik" hat dabei allerdings einen besonderen Stellenwert. Es soll das "Schaufenster" des Campus bilden, wie der Dekan der Physik-Fakultät, Ralf Bender, betont. Ausstellungen und Veranstaltungen sollen deutlich machen, über was geforscht und gearbeitet wird. Das Angebot richtet sich vor allem auch an Schüler, deren Eltern und Lehrer. Der erste Preis des Architekturwettbewerbs überzeuge nicht nur architektonisch, sondern unterstütze die Ziele, die man mit diesem Haus verfolge, auf ideale Weise.

Den zweiten Platz im Wettbewerb belegte das Büro Reinhard Bauer Architekt BDA, München, mit Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten, Eichstätt. Auf den dritten Platz kam das Büro Henn, München, mit dem Landschaftsarchitekten-Büro Rainer Schmidt, München. Alle 23 eingereichten Arbeiten sind bis zum 22. Oktober 2021 im Hauptgebäude der LMU, Eingangsbereich, erster Stock, am Geschwister-Scholl-Platz 1, ausgestellt.

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