RS-Virus in Kinderkliniken:"Jetzt trifft es so viele Kinder auf einmal wie noch nie"

Lesezeit: 4 min

Krankes Baby in Münchner Krankenhaus, 2015

Am Beatmungsgerät: ein krankes Baby mit seinem Kuscheltier im Haunerschen Kinderkrankenhaus in München.

(Foto: Catherina Hess)

Münchner Kinderkliniken füllen sich rasant. Das nächste freie Bett ist schon mal 200 Kilometer weit weg. Schuld ist nicht Corona - sondern das RS-Virus. Ärzte berichten von Zuständen am Rande des Ertragbaren.

Von Ekaterina Kel

Erst vergangene Woche hatte Florian Hoffmann wieder so einen Fall: Ein sehr krankes Kind lag 16 Stunden in der Notaufnahme. Dabei brauchte es dringend ein richtiges Bett, auf einer gut ausgestatteten Intensivstation, mit den nötigen Geräten - und den dafür speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegern. Nach der langen Wartezeit dann endlich die Lösung: Ein Transport konnte organisiert werden. Denn hier in München konnte es nicht bleiben, es gab einfach keinen Platz mehr. Also ging es in die nächstgelegene Klinik außerhalb der Stadt. Mal geht es nach Rosenheim, mal nach Traunstein, Garmisch-Partenkirchen, Landshut, Kaufbeuren, oder auch mal fast 200 Kilometer weit weg bis nach Passau. Nun gehe es ab und zu auch schon in außerbayerische Städte, berichtet Hoffmann. Die Verlegung ist längst Alltag geworden.

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