bedeckt München

München heute:Planung fürs Kunstareal auf Anfang / Neuer Projektleiter für die Stammstrecke

Der Stadtrat lehnt das neue Verkehrskonzept für das Kunstareal München ab

Die geplanten Radwege im Museumsviertel wären nicht so breit gewesen, wie es das erfolgreiche Bürgerbegehren Radentscheid vorsieht.

(Foto: Stephan Rumpf)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Kassian Stroh

Heute Vormittag war im Münchner Stadtrat Kurioses zu erleben: Mit ganz großer Mehrheit hat dieser beschlossen, einen eigenen Beschluss wieder einzukassieren. Er hat eine Planung zu den Akten gelegt, an der die Stadt Jahre gearbeitet hat. Er hat ein Projekt gestoppt, das von vielen heiß ersehnt wird. Und alle sind froh über diesen Beschluss. Merkwürdig.

Es geht um ein neues Verkehrskonzept für das Kunstareal, also das Viertel rund um die Pinakotheken. Schon seit den Achtzigerjahren wird darüber debattiert, wie man den tosenden Autoverkehr dort bändigt, wie man das ganze Viertel mit seinen großen Freiflächen attraktiver macht für Touristen und Münchner. Es gab eine große Bürgerbeteiligung und am Ende ein Konzept - das der Stadtrat nun aber beerdigt hat. Mit den Stimmen derselben Räte, die es einst auf den Weg gebracht hatten.

Denn demnach hätte es dort zwar mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer gegeben, aber nicht so viel mehr, wie es die Vorgaben des sogenannten Radentscheids vorsehen, also jenes erfolgreichen Bürgerbegehrens, das sich der Stadtrat jüngst zu eigen gemacht hat. Deshalb haben vor allem die Radlerfreunde bei SPD und Grünen entschieden: Da muss noch mal neu geplant werden - im Sinne der Radler. Die CSU wiederum hat das auch gesagt, allerdings in der Hoffnung, doch mehr Parkplätze behalten zu können als bisher vorgesehen war. Und die Stadtbaurätin Elisabeth Merk findet zwar nicht so toll, dass jetzt ziemlich viel Arbeit ihrer Mitarbeiter umsonst war; sie ist aber trotzdem froh über den Beschluss, weil sie noch auf den ganz großen Wurf hofft in Sachen Kunstareal. Auf einen autofreien Boulevard zum Beispiel.

Alles wieder auf null also, und die Planung dauert jetzt sicher noch einmal fünf Jahre. So lange ändert sich nichts. Und wer weiß: Vielleicht liegt dann ein neues Konzept vor, das wieder einkassiert werden muss, weil es in München dann so viele Flugtaxis gibt, dass dringend ein paar neue Landeplätze geplant werden müssen. Auf Kosten der Radwege.

DER TAG IN MÜNCHEN

Zweite Stammstrecke bekommt neuen Projektleiter Markus Kretschmer hört zum Jahresende auf. Dreieinhalb Jahre stand er an der Spitze des größten Bauvorhabens der Stadt. "Ein guter Zeitpunkt" für einen Wechsel, sagt die Bahn.

Ahmet Altan bekommt den Geschwister-Scholl-Preis Im Februar 2018 wurde der türkische Journalist wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu einer Haftstrafe verurteilt. Nun wird er für sein Buch "Ich werde die Welt nie wiedersehen" in München ausgezeichnet.

Was der neue TU-Präsident in Garching vorhat Thomas Hofmann will seinen Campus zu einem "Tauschplatz des Wissens" machen, an dem Experten an gesellschaftlich relevanten Themen arbeiten. Die Naturwissenschaften sollen um einen ethischen Wertekanon ergänzt werden.

MÜNCHEN ZUM OKTOBERFEST

"Wir feiern jetzt Flitterwochen auf dem Oktoberfest" Wieso fliegt man Tausende Kilometer zur Wiesn? Wir haben nachgefragt.

Sie kommen in Frieden, sie wollen nur unser Bier! Der Münchner gilt nicht gerade als Freund von spontanen Annäherungen durch Fremde. Auf der Wiesn ist jedoch alles anders - und Verbrüderung nurmehr eine Sache von drei Prosit-der-Gemütlichkeit. Eine Glosse.

19-Jähriger begrapscht Frau und tritt ihren Begleiter nieder Ein erfolgloser Taschendieb belästigt zudem Frauen im Bierzelt. Abseits der Wiesn wird eine hilflose Touristin von drei Männern ins Gebüsch gedrängt. Die Polizeimeldungen im Überblick.

MÜNCHEN ERLESEN

Restaurants in München | Bars in München | Frühstück und Brunch

Ask Helmut Kopfgrafik Neu

Zu den Landkreisen: Bad Tölz-Wolfratshausen | Dachau | Ebersberg | Erding | Freising | Fürstenfeldbruck | München | Starnberg

© SZ.de/baso
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema