bedeckt München 15°

Sendling:Den meisten galt er als Schandfleck

Sommer an der Isar in München, 2012

Sommer an der Isar in München, im Hintergrund das Heizkraftwerk Süd. Noch ist der Turm 175 Meter hoch, von November an wird er abgetragen, irgendwann im Frühjahr wird er weg sein.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Andere Städte haben den Eiffelturm, ein Riesenrad, Wolkenkratzer, München hat einen Schornstein. Jahrzehntelang hat der Turm des Heizkraftwerks die Silhouette der Stadt geprägt. Ein letzter Besuch vor dem Abriss.

Da schaut man ein Leben lang auf dieses Ding. Und fragt sich ein Leben lang, wie mag es da oben sein, wie ist da die Aussicht, was weht da für ein Wind? Wenn man aufs Jahr genau so alt ist wie der Kamin des Heizkraftwerks und in der südlichen Hälfte Münchens aufgewachsen, hatte man ihn ja immer vor sich. Morgens auf dem Weg zur Schule. Nachmittags beim Baden. Abends beim Feiern an der Isar. Nachts um drei beim Heimradeln. Immer war er da, der stumme Riese. Hässlich, aber verlässlich.

SZPlus
SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Promis
Mythos Britney
Teaser image
Karriere
"Im Arbeitsleben sind wir keine Familie"
Teaser image
Esther Perel im Interview
"Treue wird heute idealisiert"
Teaser image
Beziehung und Partnerschaft
Verlieben in Zeiten des Tinder-Wahnsinns
Teaser image
Umweltschutz
Freiwillig werden wir die Erde nicht retten