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Neubau-Planung:Platz für Fahrräder am Hauptbahnhof

Die Stadt will Millionen in Abstellanlagen investieren.

Mindestens 3000 Abstellplätze für Fahrräder werden laut Prognosen künftig am Hauptbahnhof benötigt. Doch dafür muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Allein eine Garage für 700 Räder im zweiten Untergeschoss des künftigen Empfangsgebäudes soll nach Schätzungen der Verwaltung knapp 12,3 Millionen Euro kosten. Dazu müsste die Stadt der Deutschen Bahn nach aktuellen Schätzungen zusätzlich 211 520 Euro pro Jahr überweisen - 80 000 Euro für die Miete, weitere 131 520 Euro als Nutzungsentgelt "für die Zugangsflächen aufgrund der verdrängten Mietflächen". Dies geht aus einer Vorlage des Planungsreferats hervor, die der Stadtrat an diesem Mittwoch beschließen soll.

Die Behörde drängt darauf, den Beschluss noch im Oktober zu fassen, damit die Planungen der Bahn für den Neubau des Hauptbahnhofs und die zweite S-Bahn-Stammstrecke nicht noch weiter in Verzug geraten und auf die Stadt keine Schadenersatzforderungen zukommen. Die teure Garage im Untergrund hätte den Vorteil, dass die Züge des Nah- und Fernverkehrs gut erreichbar wären, das Planungsreferat hält sie deshalb für notwendig. Die hohen Baukosten, so hofft die Verwaltung, könnte die Stadt durch verschiedene Zuschüsse und aus Mitteln der Stellplatzablöse refinanzieren. Ob die Nutzer später dafür Parkgebühren zahlen müssen, sei noch offen.

Als weitere Standorte für Abstellplätze kommen eine Fläche der Stadtwerke unter dem Bahnhofplatz (1500 Plätze), ein Grundstück der Bahn an der Arnulfstraße (1300) und die Fußgängerunterführung an der Arnulfstraße (350) infrage. Während es für die ersten beiden Standorte noch keine Kostenschätzungen gibt, würde die Unterführung wohl bis zu zwei Millionen Euro kosten, plus jährliche laufende Kosten von 40 000 Euro. Das wären dann insgesamt 3850 Stellplätze. Über weitere Standorte für Bike-and-Ride-Anlagen wie die Bunkeranlage unter dem südlichen Bahnhofvorplatz, das sogenannte Luftgeschoss über dem Bahnsteig der U4 und U5, eine ursprünglich für einen Rettungsschacht vorgesehene Fläche der Bahn und dem Bauvorhaben "Elementum" auf dem Postbank-Gelände will die Stadt verhandeln.

© SZ vom 20.10.2020 / schub

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