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Schwabinger Kunstfund:"Mich hat es betroffen gemacht, welches Unrecht Gurlitt angetan wurde"

Wohnhaus von Cornelius Gurlitt in München, 2013

Cornelius Gurlitt lebte zurückgezogen in seiner Schwabinger Wohnung bis er ins Visier der Behörden geriet.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Münchner Jurist Johannes Wasmuth stellt Strafanzeige gegen den Staatsanwalt, der mit dem Schwabinger Kunstfund befasst war. Sein Ziel ist nicht nur späte Gerechtigkeit für Cornelius Gurlitt.

Interview von Susanne Hermanski

Strafanzeige gegen einen Staatsanwalt? Das kommt nicht alle Tage vor. Um aus ihrer Sicht Cornelius Gurlitt posthum doch noch Gerechtigkeit erfahren zu lassen, haben der Münchner Rechtsanwalt Johannes Wasmuth und der Jura-Professor Thomas Hoeren diesen Weg beschritten. Sie stellten gemeinsam Strafanzeige gegen Johannis Ballis, jenen Staatsanwalt, der seinerzeit mit dem sogenannten Schwabinger Kunstfund befasst war. Ballis arbeitete damals noch bei der Staatsanwaltschaft Augsburg, mittlerweile ist er Staatsanwalt in München. Die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigt, dass eine entsprechende Anzeige gegen Ballis wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger eingegangen ist. Diese werde "selbstverständlich - wie im Übrigen alle hier eingehenden Strafanzeigen - entsprechend den gesetzlichen Vorschriften behandelt", erklärt deren Sprecher. Eine Stellungnahme zum Inhalt gebe die Generalstaatsanwaltschaft München nicht ab.

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