Urteile in der Türkei:400 Jahre Haft und 60 Millionen Euro eingezogen

67 Callcenter-Betrüger sind zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Als falsche Polizisten hatten sie in München Menschen um viel Geld gebracht.

35 Opfer und mehr als 120 Millionen Euro Schaden: Der Aushebung eines betrügerischen Callcenters im Dezember 2020 in Izmir in der Türkei sind jetzt die Urteile gefolgt. Das Landgericht Izmir verurteilte 67 angeklagte Männer und Frauen zu Haftstrafen von sechs Monaten und sieben Tagen bis hin zu mehr als 400 Jahren nach türkischem Recht.

Getarnt als falsche Polizisten hatten sie vor allem in München Menschen um viel Geld gebracht. Die türkischen Behörden haben Vermögenswerte von umgerechnet mehr als 60 Millionen Euro eingezogen. Hans-Peter Chloupek, Leiter der AG Phänomene bei der Münchner Polizei, sagte, er hoffe, dass damit auch die Opfer entschädigt werden könnten. In den Urteilen sieht er eine "Signalwirkung für ähnliche Verfahren im In- und Ausland".

Seit 2017 hatte die Münchner Polizei mit Kollegen aus Baden-Württemberg, des Bundeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft München I gegen Angehörige des Callcenters ermittelt. "Ein Milieu mit höchster krimineller Energie", wie Chloupek sagt. Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig.

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