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Restaurant Epikur in der Maxvorstadt:Von der Ägäis bis in die Isarauen

Restaurant Epikur in München Maxvorstadt

Ein klassischer Grieche mit manchmal etwas anderen Zutaten: Das "Epikur" ist ein hübsch verwinkeltes Kellerlokal in der Maxvorstadt.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das "Epikur" verbindet Bayerisches mit griechischen Speisen - dafür geht der Chef auch mal zum Kräutersammeln an die Isar.

Manche Dinge dauern etwas länger, besonders in der Gastronomie. Im Falle von Manolis Manussakis dauerte es volle zwei Jahre, bis er sein griechisches Restaurant Epikur aufmachen konnte. Immer wieder kam etwas dazwischen - mal wurde versehentlich ein Betonboden verlegt, der sämtliche Schallschutzgrenzwerte sprengte und schließlich wieder herausgemeißelt wurde, dann mussten wieder Auflagen der städtischen Genehmigungsbehörden erfüllt werden - oder die bestellten Handwerker kamen nicht. In Manussakis' Bekanntenkreis machte man sich schon lustig über die unendliche Geschichte, die ja irgendwie der langen Irrfahrt des Odysseus glich. Seit dieser Woche ist sie nun vorbei, Manussakis hat sein Restaurant nun doch eröffnet.

Das ist soweit eigentlich nichts Besonderes, griechische Lokale gibt es viele in der Stadt, und Umbauten ziehen sich gerne mal länger hin als geplant. Auch wenn es nicht immer gleich zwei Jahre sind. Aber das Epikur - benannt nach dem griechischen Philosophen, der die kleinen Freuden pries - ist kein normaler Grieche mit Lammkoteletts, Souvlaki, Tzatziki und Retsina, wie man es aus dem Urlaub kennt. Manolis Manussakis sieht sich nämlich durchaus als regionalen Koch, auch wenn er griechisch kocht. Er verbindet gewissermaßen die Ägäis mit den Isarauen. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn einige seiner Zutaten kommen aus den Seen und Wäldern rund um München.

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Die Süßwasserfische, die auf seiner Karte stehen, kommen sowieso aus heimischen Seen. Fleisch, Gemüse und Salat sind in der Regel aus Bayern, sagt Manussakis, "saisonale Pilze und Wildkräuter kommen überwiegend aus den Isarauen und dem Bayerischen Wald". Letztere sammelt der Koch meistens selbst. So komm er beispielsweise schon einmal mit einer krausen Glucke in die Küche. Das ist kein Huhn, wie der Name vielleicht vermuten ließe, sondern ein schmackhafter Pilz, der meist an Bäumen wächst. Oder er bringt eine größere Ausbeute an Huflattich oder Spitzwegerich mit nach Hause. Daraus werden dann zum Beispiel Dolmades, in Griechenland eigentlich gefüllte Weinblätter. In Manussakis' griechisch-bayerischer Fusionsküche werden die Weinblätter beispielsweise durch die großen, breiten Blätter des Huflattichs ersetzt, was hervorragend funktioniert und die Dolmades etwas weniger bitter als normal macht.

Der gebürtige Kreter Manussakis, von Haus aus eigentlich Doktor der Mathematik, kam 1982 mit 26 Jahren nach München. Hier machte er bald sein erstes Lokal auf, in dem er dann auch selbst zu kochen begann: das Kalypso in der Agnesstraße. 20 Jahre lang führte er es. Das Restaurant war bald bekannt vor allem für seine Fischgerichte und Meeresfrüchte, es kamen Prominente wie der damalige Zweite Bürgermeister und spätere Oberbürgermeister Christian Ude, Kammerspielintendant Dieter Dorn, der Kabarettist Ottfried Fischer und auch mal die beiden Söhne von Franz Josef Strauß. Dann kam noch das Caffe Greco in der Neuen Pinakothek dazu. Beide Lokale musste er später aufgeben; eine Zeit lang führte er danach noch das Bistro Schauburg im Theater der Jugend.

Nun also das Epikur in der Neureutherstraße 24 in der Maxvorstadt. Man kann dort auch draußen sitzen, aber eigentlich ist das Epikur ein schön verwinkeltes Kellerlokal im Souterrain des Hauses. Das Ziegelgewölbe wirkt recht gemütlich, weil es weiß gekalkt ist, wirkt es auch nicht zu dunkel. Geöffnet ist das Epikur montags bis samstags von 17 bis ein Uhr. Einen Schwerpunkt auf der Karte bilden natürlich wieder Fischgerichte; neben Lachsforelle und Saibling gibt es selbstverständlich auch Dorade und Loup de mer oder weißes Taramas von der Meeräsche. Ein Grieche bleibt das Epikur auf jeden Fall, auch wenn er gelegentlich Ausflüge in die Isarauen macht.

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