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Au/Haidhausen:Parkbuchten eröffnen Perspektiven

Vom Lockdown gebeutelte Einzelhändler sollen zusätzliche Verkaufsflächen bekommen

Von Patrik Stäbler, Au/Haidhausen

Zu den vielen Schanigärten in der Au und Haidhausen sollen sich nun auch Schaniläden gesellen - zumindest, wenn es nach dem dortigen Bezirksausschuss (BA) geht. Er hat die Stadt per Antrag aufgefordert, Parkplätze vor Geschäften für Einzelhändler freizugeben, die vom Lockdown betroffen sind. Sie sollen dort ihre Waren feilbieten können - in einem Schaniladen, analog zu den Schanigärten, die Cafés und Lokale in der Corona-Zeit in Parkbuchten aufgebaut haben. Die Anmeldung und Errichtung der zusätzlichen Verkaufsfläche solle wie bei den Freischankflächen erfolgen, heißt es im BA-Antrag. Den Geschäften wolle man so die Gelegenheit gegeben, "sich im Bezirk zu präsentieren und sich wieder ins Bewusstsein zu rufen". Die Maßnahme solle jedoch auf die Dauer der Pandemie begrenzt sein.

Bei dem Antrag, den der BA einstimmig absegnete, handelt es sich um einen Kompromiss, die ursprüngliche Idee der Grünen wäre noch weiter gegangen. Sie hatten zunächst vorgeschlagen, zusätzliche Verkaufsflächen nicht nur auf Parkplätzen sondern auch auf dem Bürgersteig zu schaffen. Dies habe man insofern geändert, als nun lediglich ein anliegender Parkplatz je Geschäft freigegeben werden soll, erklärte Martin Wiesbeck (Grüne). Zudem wolle man - anders als zunächst geplant - das Angebot auf jene Läden beschränken, die derzeit noch keine Waren im Außenbereich anbieten. "Das heißt: Wer jetzt schon Auslagen auf dem Bürgersteig hat, der darf das nicht machen", sagte Wiesbeck. Diese Änderungen führten dazu, dass alle Fraktionen den Grünen-Antrag unterstützten. "Unser Bestreben war es, die Gehwege für die Fußgänger freizuhalten", sagte Andreas Micksch (CSU). Da dies nun berücksichtigt sei, befürworte er das Vorhaben.

In dem Antrag verweisen die Grünen auf Gespräche mit Gewerbetreibenden aus der Au und Haidhausen. "Vor allem die zunehmende Perspektivlosigkeit bringt Kleinst- und Kleinunternehmer des Einzelhandels, die sich bereits jetzt in existenzieller Not befinden, weiter an den Rand des psychischen und finanziellen Abgrunds", heißt es darin. Und: "Dies alles findet statt, während Versandhäuser von einem Rekord zum nächsten eilen und deren Lieferfahrzeuge Gehwege im Bezirk blockieren."

Mit den Schaniläden solle den Geschäftsleuten vor Ort wenigstens etwas unter die Arme gegriffen werden, damit sie Modelle wie "Click and Meet" und "Click and Collect" anbieten oder zumindest prominent darauf verweisen können. Überdies wolle man "auch einen Impuls positiver Wertschätzung vermitteln". Nun ist es am Münchner Rathaus, über den Vorschlag des Bezirksausschusses zu entscheiden.

© SZ vom 06.05.2021/van
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