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Skaten unter der Donnersbergerbrücke:Auskunft ungenügend

Skaterpark unter der Donnersbergerbrücke
Idee und Simulation: Architekt Flavio Cucina

Vom finstren Un-Ort zum hellen Freizeit-Dorado: Die privaten Pläne des Architekten Flavio Cucina für die Fläche unter der Donnersbergerbrücke. Simulation: Flavio Cucina

Lokalpolitiker beharren auf Vorstudie zu Skaterpark unter der Donnersbergerbrücke

Von Andrea Schlaier, Schwanthalerhöhe

Ins Rollen kommt wohl noch lange nichts auf dem Parkplatz unter der südlichen Donnersbergerbrücke. Ein Architekt aus dem Westend hatte im Sommer vorgeschlagen, auf dem verkehrsumtosten Grund an der Kreuzung Landsberger/Trappentreustraße einen Skaterpark anzulegen. Von seinen Plänen, die er als Privatmann den Mitgliedern des Bezirksausschusses (BA) Schwanthalerhöhe vorgelegt hatte, waren diese so angetan, dass sie die Verwaltung um eine Machbarkeitsstudie baten. Zurückgekommen ist jetzt eine Antwort aus dem für städtische Grundstücke zuständigen Kommunalreferat, die, so finden die Stadtviertelpolitiker, an der gestellten Bitte vorbeigehe.

Das Kommunalreferat informiert darüber, dass der 1000 Quadratmeter große Grund der stadteigenen P+R GmbH überlassen sei, die ihn "zur Behebung der Parkplatznot in der Stadt" weitervermiete. Sowohl Planungs- als auch Kreisverwaltungsreferat, die man um eine Stellungnahme gebeten habe, betonten, dass der Parkraum weiterhin "dringend benötigt" werde und einen unverzichtbaren Beitrag leiste, um das regional vorhandene Stellplatzdefizit für Anwohner zu mindern. Eine Umwandlung des Anwohnerparkplatzes in einen Skaterpark werde mangels Alternativen deshalb abgelehnt. Die Parkzone sei voll ausgelastet, es bestehe gar eine Warteliste mit 40 Interessenten, durchschnittliche Wartezeit: zwei Jahre. Das Kommunalreferat, dem die Fläche nicht zugeordnet sei, könne daher keine Machbarkeitsstudie für eine Skateranlage in Auftrag geben.

Als "zu dürftig" beurteilte Ulrike Boesser (SPD) als stellvertretende Vorsitzende des BA Schwanthalerhöhe die Begründung. Dahinter verberge sich "ein merkwürdiges Verständnis einer Machbarkeitsstudie", für die viel umfänglicher untersucht werden müsse. "Zu sagen, da ist ein Parkplatz da und der wird gebraucht, ist zu wenig." Die Kolleginnen und Kollegen im BA teilten die Meinung. Und sie kritisierten, dass zwar ein Referat nach dem anderen abgefragt werde, es aber an der Bereitschaft zur Zusammenarbeit mangle. Weder daran noch an der Bindung der Fläche an die derzeitige Parkplatznutzung dürfe die Erstellung einer Machbarkeitsstudie scheitern. Der Ausschuss verlangt nun auf Anraten seiner Vorsitzenden Sibylle Stöhr (Grüne) eine entsprechende Untersuchung in Kooperation mit allen nötigen städtischen Referaten. Außerdem solle auf mögliche Ausweichflächen für dringend benötigten Parkraum eingegangen und dargestellt werden, wie lange diese Zweckbindung noch bestehe.

© SZ vom 25.11.2020/van
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Vom finstren Un-Ort zum hellen Freizeit-Dorado: Auf der Südseite der Donnersbergerbrücke, wo bisher Autos unterm Betondeckel parken, könnten künftig unter anderem Skater ihre Runden drehen. Entsprechende private Pläne hat Architekt Flavio Cucina dem Bezirksausschuss vorgestellt. Simulation: Flavio Cucina

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