Unterricht in der Pandemie:Stadt bestellt 6200 Luftfilter

Mobile Luftfilter in Schulen

Mit den mobilen Luftfiltern soll die Wahrscheinlichkeit eines möglichst umfassenden Präsenzunterrichts nach den Sommerferien erhöht werden (Symbolbild).

(Foto: Henning Otte/dpa)

Die Geräte für die Klassenstufen eins bis sechs sollen gut 21 Millionen Euro kosten. Wie viele davon bis zum Start des Schuljahrs geliefert werden können, ist jedoch noch unklar.

Von Anna Hoben

Die Stadt wird für alle Unterrichts- und Betreuungsräume für Kinder der Klassen eins bis sechs mobile Luftfiltergeräte anschaffen. Das hat der Stadtrat in seiner Vollversammlung beschlossen. Mit den Geräten soll die Wahrscheinlichkeit eines möglichst umfassenden Präsenzunterrichts nach den Sommerferien erhöht werden. Der Vorschlag des Referats für Bildung und Sport hatte zunächst vorgesehen, nur Räume für Grundschulkinder auszustatten. Nun werden auch gleich die Klassen fünf und sechs berücksichtigt, so wie es der fraktionsübergreifende Antrag von Grünen/Rosa Liste, SPD/Volt, CSU und FDP/Bayernpartei ursprünglich gefordert hatte.

Insgesamt sollen etwa 6200 Geräte gekauft werden, die 21,7 Millionen Euro kosten. Davon übernimmt der Freistaat nach aktuellem Stand die Hälfte, so dass an der Stadt noch etwa 10,8 Millionen Euro hängen bleiben. Die Stadt will nun in Vorleistung gehen, aber Freistaat und Bund dazu auffordern, die Kosten für die Geräte voll zu erstatten. Denn zu den Anschaffungskosten kommen noch laufende Unterhaltskosten von jährlich mehreren Millionen Euro für Wartung und Betrieb, insbesondere für Stromkosten. Dafür besteht jedoch bislang keine Fördermöglichkeit.

Sie freue sich, dass der Kauf auf den Weg gebracht werde, sagte Stadträtin Anja Berger (Grüne); die Anschaffung sei sinnvoll, um die Kinder zu schützen. "Das Recht auf Bildung war bisher in der Corona-Krise massiv gefährdet und ist es auch weiterhin", so Berger. Wenn im September wieder Wechselunterricht drohe, müsse man jetzt dringend handeln. Es gebe zwar bisher keinen Zusammenhang zwischen den Luftreinigern und dem Offenbleiben von Schulen - das könne aber noch kommen. Ihre Kollegin Julia Schönfeld-Knor von der SPD sagte, die pandemische Lage verändere sich "nicht so, dass sie aufhört, wie wir uns das gewünscht hätten". Beim Impfen für Kinder gehe es auch nicht so schnell voran. Es sei deshalb richtig, in die Luftfiltergeräte zu investieren.

"Ich denke, für unsere Kinder ist es gut", sagte auch Beatrix Burkhardt (CSU). "Und dann schauen wir mal, wie wir es finanziell hinkriegen." Nach dem Beschluss werde "umgehend die Vergabe in die Wege geleitet", kündigte Stadtschulrat Florian Kraus an. Mobile Luftreinigungsgeräte seien zwar keine Garantie dafür, dass die Schulen im Herbst und Winter immer geöffnet sind. Die Anschaffung werde "positive Folgen haben, aber am unmittelbaren Geschehen in den Schulen, was das Lüften und Testen angeht, wird sich erst mal nichts ändern". Die Geräte stellten jedoch neben den bekannten Hygieneregeln und dem regelmäßigen Lüften einen wichtigen Zusatzbaustein dar.

Wie viele Geräte bis zum Herbst indes überhaupt beschafft werden können, ist unklar. Das hänge von der Marktsituation ab, "die durch den hohen derzeitigen Bedarf und die gleichzeitige Beschaffung von Kommunen in der gesamten Bundesrepublik schwer einschätzbar ist", hieß es in einer Mitteilung des Bildungsreferats. Eine konkrete Zahl oder einen Prozentsatz könne man nicht prognostizieren, sagte ein Sprecher. Gegen die Luftfiltergeräte stimmte allein die AfD. Man halte sie für "nicht notwendig", sagte Stadtrat Daniel Stanke, und sehe "keine Gefährdung" für die Kinder. Stattdessen müsse man "das Thema Corona insgesamt hinterfragen".

© SZ vom 30.07.2021/syn
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