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Stickstoffdioxid:Bessere Luft durch weniger Autos in München

Messstation Abgase Landshuter Allee, Bayerisches Landesamt für Umwelt

An Messstationen wie dieser an der Landshuter Allee werden Abgas-Werte ermittelt.

(Foto: Florian Peljak)

Der Verkehr auf der Landshuter Allee ist seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen um rund 30 Prozent zurückgegangen. In der Luft befinden sich indes statt der üblichen 61 Mikrogramm Stickstoffdioxid nur noch 45 Mikrogramm.

Es klingt logisch: Wenn wegen Home-Office und Ausgangsbeschränkungen weniger Autos fahren, kommt dies der Münchner Luft zugute. Ob tatsächlich weniger Schadstoffe durch die Stadt schweben, wagt das Umweltreferat noch nicht abschließend zu beurteilen - es gibt aber deutliche Hinweise, dass die These stimmt: So ging mit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen am 21. März der Verkehr an der Landshuter Allee um rund 30 Prozent zurück. Mit der Folge, dass der vom Landesamt für Umwelt betriebene Messcontainer im Schnitt nur noch 45 statt der in den Wochen zuvor üblichen 61 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft meldete. Macht ein Minus von circa 26 Prozent.

Dass der Rückgang nicht exakt in der gleichen Größenordnung geschah wie bei der Zahl der Autos, ist Umweltreferentin Stephanie Jacobs zufolge vor allem aufs Wetter zurückzuführen. Denn zeitgleich mit dem Lockdown etablierte sich ein stabiles Hochdruckgebiet. Das bedeutet zwar angenehmes Wetter, ist aber für die Luftqualität weniger gut als Regen und Wind.

Auch bei den städtischen Messpunkten stehen die Zeichen auf Entspannung. Nur: Die Zahlen sinken ohnehin seit Längerem - und die nun vorliegenden gelten fürs gesamte erste Quartal 2020, also auch die Monate Januar und Februar sowie den nur teilweise von Corona betroffenen März. Demnach ist weiterhin an acht von 42 Stellen die Luft schlechter als die EU erlaubt. Den Negativrekord halten die Tegernseer Landstraße und die Chiemgaustraße.

© SZ vom 13.05.2020/dh/vewo
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