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Pandemie:So funktioniert ein Corona-Test in München

Corona-Test in München

Reiserückkehrer können sich in München auch direkt am Hauptbahnhof testen lassen.

(Foto: Catherina Hess)

Wer sich in München testen lassen will, findet zwar viele Angebote, braucht aber oft Geduld. Wie sieht es mit Terminen, Wartezeiten und Fallzahlen in der Stadt aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Von Linus Freymark und Sebastian Krass

Wo in München kann man sich testen lassen?

Die zentrale Anlaufstelle für Menschen, die sich in München auf das Coronavirus testen lassen möchten, ist die Theresienwiese. Dort betreibt die Stadt in Kooperation mit dem privaten Dienstleister Aicher ein Testzentrum, sowohl als "Drive-through" für Autofahrer als auch als "Walk-through" für Fußgänger. Für Reiserückkehrer aus dem Ausland gibt es Teststationen am Hauptbahnhof und am Flughafen, an denen man sich unter Vorlage des Zug- beziehungsweise Flugtickets und des Personalausweises testen lassen kann. Zudem bieten rund 130 niedergelassene Ärzte in München an, einen Corona-Test vorzunehmen. Bisher war so ein Test nur beim Auftreten von Symptomen, einer entsprechenden Überweisung des Hausarztes oder als Kontaktperson kostenlos. Im Testkonzept der Staatsregierung ist nun vorgesehen, dass der Freistaat auch ohne diese Bedingungen die Kosten übernimmt.

Wie kommt man an einen Termin und mit welchen Wartezeiten ist zu rechnen?

Auf der Theresienwiese wird nur getestet, wer vorher einen Termin vereinbart hat. Das ist ausschließlich über die Website www.corona-testung.de möglich, man muss dabei persönliche Daten, eine Handynummer und eine E-Mail-Adresse angeben. Die Terminbestätigung kommt per SMS und per Mail. Allerdings ist die Nachfrage so groß, dass es derzeit zu Wartezeiten kommen kann. Dem will die Stadt nun entgegensteuern. Seit Freitag, 14. August, wurde die Zahl der täglich getesteten Personen von 200 auf 600 verdreifacht. Ab Montag, 17. August, sollen dann 1.000 Tests pro Tag möglich sein, erklärt das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU). Zudem soll statt wie bisher von 9 bis 15 Uhr künftig von 8 bis 20 Uhr getestet werden. Mit welchen Wartezeiten zu rechnen ist, lasse sich jedoch noch nicht seriös vorhersagen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) bietet auf ihrer Website (https://dienste.kvb.de/arztsuche) einen Überblick über niedergelassene Ärzte an, bei denen ein Corona-Test möglich ist. Je nach Praxis können die Wartezeiten variieren, teilt die KVB mit. Auf keinen Fall solle man bei Symptomen unangemeldet in der Praxis auftauchen, eine vorherige Terminabsprache sei in allen Praxen die Voraussetzung, um getestet zu werden.

Wie lang dauert es, bis ein Ergebnis da ist?

Bei der Station an der Theresienwiese dauert die Übermittlung des Ergebnisses in der Regel ein bis zwei Tage. Negativ Getestete erhalten die Nachricht über eine eigens entwickelte App, bei positiven Fällen erfolgt die Benachrichtigung in der Regel durch einen Anruf des Gesundheitsamtes. Auch bei den Teststationen am Hauptbahnhof und am Flughafen sollte das Ergebnis nach spätestens 48 Stunden vorliegen. Allerdings melden sich bei der SZ immer wieder Leserinnen und Leser, die deutlich länger als 48 Stunden auf ihr Ergebnis warten.

Reichen die Testkapazitäten?

Angesichts der langen Wartezeiten sowohl bei öffentlich als auch bei privat betriebenen Teststationen kann man davon ausgehen, dass die Testmöglichkeiten bisher nicht ausreichend waren. Um ungefähr bestimmen zu können, welche Kapazitäten notwendig sind, beobachten die Behörden die aktuelle Nachfrage nach Tests und passen das Angebot dementsprechend an. Allerdings dürften die kostenlosen Tests für Personen ohne Symptome die Nachfrage so in die Höhe getrieben haben, dass die Behörden Mühe haben, Schritt zu halten. Das Problem beschäftigt aktuell die Staatsregierung, die am Mittwochabend eingestehen musste, dass 44 000 Urlaubsrückkehrer, die an Autobahnen getestet wurden, noch nicht über ihr Ergebnis informiert worden waren, darunter bis zu 1000 positiv Getestete.

Wie sind die Fallzahlen in München?

In den vergangenen Tagen sind die Fallzahlen auf über 40 gestiegen - dies war seit Mai nicht mehr der Fall. In den vergangenen Wochen lagen die Schwankungen zwischen einstelligen Werten und Werten knapp über 30. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, liegt derzeit bei 1,95. Je deutlicher die Reproduktionszahl über eins liegt, umso schneller breitet sich das Coronavirus weiter aus. Je weiter sie unter eins sinkt, umso weniger Neuinfektionen sind zu erwarten.

Wo gibt es weitere Informationen?

Unter 089/233-96300 hat das RGU eine Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr Fragen zum Coronavirus beantwortet. Auf www.muenchen.de/corona hat die Stadt zahlreiche weitere Informationen gesammelt. Die "Corona-Hotline" der Staatsregierung unter 089-122220 ist täglich von 8 bis 18 Uhr erreichbar und für Fragen zu gesundheitlichen Themen und auch zu den Corona-Regelungen zuständig.

© SZ vom 14.08.2020/mmo
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