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Demos gegen Corona-Maßnahmen:Wenige Teilnehmer, wenig Verstöße

Coronaleugner

Übersichtlich: Die Demonstration gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie war für 1000 Teilnehmer angemeldet worden.

(Foto: Friedrich Bungert)

Der Protest gegen die Corona-Maßnahmen fällt in München sehr gering aus. Nur vereinzelt stellte die Polizei Verstöße gegen die Auflagen des Infektionsschutzes fest.

Von Linus Freymark

Bis zu 250 Personen haben nach Polizeiangaben am Ostermontag auf der Theresienwiese gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie demonstriert. Die Kundgebung begann um 13 Uhr und endete planmäßig gegen 16 Uhr. Ursprünglich war sie für 1000 Teilnehmer angemeldet worden. Die allermeisten Teilnehmer trugen einen Mund-Nasen-Schutz und hielten sich an die Abstandsregeln, nur vereinzelt stellte die Polizei Verstöße gegen die Auflagen des Infektionsschutzes fest.

Teilweise waren Menschen ohne Masken zu sehen, die von den Beamten aufgefordert wurden, ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht vorzuweisen. Die allermeisten der kontrollierten Personen hätten daraufhin auch ein Attest vorlegen können, sagte ein Polizeisprecher der SZ. Um die Demonstrationsteilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz von denen mit Schutzmaske zu trennen, hatte der Veranstalter für Personen, die ein ärztliches Attest vorweisen konnten, einen eigenen Bereich auf dem Demonstrationsgelände eingerichtet.

Im gesamten Stadtgebiet war die Polizei am Montag mit rund 400 Beamten im Einsatz, um auf mehreren Demonstrationen die Einhaltung des Infektionsschutzes zu überwachen, ein Großteil davon war für das Versammlungsgeschehen auf der Theresienwiese eingeteilt worden.

Zunächst waren für Montag drei weitere Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen auf der Theresienwiese angemeldet worden. Am Vormittag sollte zunächst eine Demonstration mit 200 angemeldeten Teilnehmern stattfinden, für den Abend waren dann zwei Veranstaltungen geplant. Zwei der drei Kundgebungen wurden jedoch kurzfristig von den Veranstaltern wieder abgesagt. Lediglich an der für 500 Personen angemeldeten Veranstaltung um 17 Uhr hielten sie fest - um sie kurz vor dem Beginn wieder abzusagen.

Insgesamt waren für das Osterwochenende 14 Protestaktionen gegen die Corona-Maßnahmen angemeldet worden. Doch auch davon wurden einige von den Veranstaltern wieder abgesagt, so fand am Ostersonntag nur eine von zwei geplanten Demonstrationen statt. Um den Infektionsschutz gewährleisten zu können, hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) einen Großteil der Demonstrationen auf die Theresienwiese verlegt und per städtischer Allgemeinverfügung Auflagen für das Areal verhängt: Unter anderem galt über das Osterwochenende eine Stunde vor Beginn der Veranstaltungen bis eine Stunde nach deren Ende eine generelle Maskenpflicht auf der Theresienwiese.

Während und im Vorfeld der Kundgebung hatte die Einsatzleitung der Polizei Beamte an den Zugängen zum Gelände postiert, die Passanten wie Demonstranten an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erinnerten. In unmittelbarer Nähe zum Demonstrationsgelände waren zudem Fahrzeuge positioniert, auf denen mit Schriftzügen an die geltenden Auflagen erinnert wurde. "Maskenpflicht! Abstand von 1,5 Meter einhalten!", konnte man darauf lesen.

Die Polizei zeigte sich mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden. "Die Versammlungen sind soweit allesamt friedlich verlaufen", so der Sprecher. Generell seien deutlich weniger Menschen zu den Demonstrationen erschienen als angemeldet. Am Samstag versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 20 Menschen auf der Theresienwiese. Am Sonntag waren es laut Polizei dann circa 100 Teilnehmer.

An anderen Orten wie der Münchner Freiheit oder dem Rotkreuzplatz kamen jeweils rund 20 Demonstranten zusammen. Auch auf diesen Veranstaltungen stellte die Polizei kaum nennenswerte Verstöße gegen die geltenden Auflagen fest. Lediglich auf der Kundgebung in Neuhausen war ein Redner von der Polizei mit einem Ordnungsgeld belegt und des Platzes verwiesen worden, weil er zur Missachtung der Auflagen zum Infektionsschutz aufgerufen hatte. Unter anderem hatte er die Menschen dazu aufgefordert, ihre Schutzmasken abzunehmen.

© SZ vom 06.04.2021/amm
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