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Spendenaktion:Hilfe für Flüchtlinge an der bosnisch-kroatischen Grenze

Migranten in Kroatien

Migrantenfamilien sind bei kaltem Wetter in Bosnien unterwegs, während sie versuchen, den Westen zu erreichen. Die Münchner Aktivistengruppe "AK49" sammelt Spenden für die Flüchtlinge.

(Foto: Marc Sanye/dpa)

Die Münchner Aktivistengruppe "AK49" bringt Sachspenden dorthin, wo hunderte Flüchtlinge in der Kälte unter freiem Himmel ausharren müssen. Die Gruppe kritisiert die lokalen Behörden sowie die Europäische Union.

Von Bernd Kastner

Die Münchner Aktivistengruppe "AK49" sammelt Spenden für die Flüchtlinge, die an der bosnisch-kroatischen Grenze in der Kälte festsitzen und unter menschenunwürdigen Bedingungen im Freien leben. Die Gruppe kritisiert die lokalen Behörden und die Europäische Union, die sich gegen Flüchtlinge abschotte und menschenrechtswidrige Zustände schaffe. "Unsere Soforthilfe kann keine Dauerlösung darstellen: langfristige und menschenwürdige Lösungen auf politischer Ebene müssen das Ziel sein", heißt es in dem Spendenaufruf. "Geflüchtete Menschen haben das Recht auf ein transparentes, dokumentiertes Asylverfahren."

AK49 bezeichnet sich als "offenes politisches Kollektiv", das sich mit Kriegsursachen und -folgen beschäftigt und vor allem für die Rechte von Flüchtlingen mit Behinderung kämpft. Ende Januar wollen die Aktivisten einen Transport organisieren und Sachspenden an die bosnisch-kroatische Grenze bringen, wo AK49 mit lokalen Initiativen zusammenarbeite, sagte eine Sprecherin. Besonders benötigt würden unter anderem Medizinisches Material, Schlafsäcke und Isomatten, Zelte, Decken, Winterkleidung aller Art, Thermosflaschen, Verbandsmaterial, Taschenlampen sowie alte Smartphones und Powerbanks.

Abgegeben werden können die Sachspenden in München bei einem Mitglied des AK49 in Sendling-Westpark. Abgabetermine für dort und eine weitere, zentraler gelegene Sammelstelle können telefonisch vereinbart werden unter 0172/258 47 90. Weitere Information zur Spendenaktion im Internet unter ak49.de.

© SZ vom 29.12.2020 / beka/syn
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