Serie: Frauen machen Politik "Traut euch, ihr schafft das"

Sie hätte den eigenen Weg gehen sollen, nicht alle Erwartungen erfüllen wollen, sagt Monika Hohlmeier.

(Foto: Stephan Rumpf)

Monika Hohlmeier über Machtkämpfe in der Politik - und warum Frauen nicht männlichen Konventionen folgen sollten.

Interview von Kassian Stroh

Vor 15 Jahren stand Monika Hohlmeier, die Tochter des CSU-Übervaters Franz Josef Strauß, im Zenit ihrer politischen Karriere. Dann trat sie binnen weniger Monate erst als Chefin der Münchner CSU, dann auch als Kultusministerin zurück. Politikerin ist sie geblieben, sie sitzt für die CSU im Europaparlament. Als inoffizielle Vertreterin Oberfrankens, wo sie inzwischen auch lebt. Das erlaubt einen distanzierteren Blick auf München.

Steile Karriere, tiefer Fall

Monika Hohlmeier wurde 1962 in München geboren, als jüngstes Kind von Marianne und Franz Josef Strauß, dem Vorsitzenden der CSU und späteren Ministerpräsidenten. Nach dem Tod ihrer Mutter 1984 begleitete Hohlmeier ihren Vater bei vielen repräsentativen Anlässen und baute die Marianne-Strauß-Stiftung mit auf. 1990 begann ihre steile politische Karriere: Sie wurde in den Landtag gewählt, 1993 wurde sie Kultusstaatssekretärin und CSU-Parteivize, 1998 Kultusministerin. Im Jahr 2003 übernahm sie den Bezirksvorsitz der Münchner CSU. Von diesem Posten trat sie schon 2004 wieder zurück, 2005 auch als Kultusministerin - beides im Zuge der Affäre um parteiinterne Wahlmanipulationen innerhalb der CSU. Bei der Landtagswahl 2008 holte Hohlmeier zwar ein hervorragendes Zweitstimmenergebnis, kam aber wegen des schlechten CSU-Gesamtergebnisses nicht mehr in den Landtag.

Seit 2009 sitzt sie als Vertreterin Oberfrankens im EU-Parlament und dort im Haushaltsausschuss und im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Seitdem wohnt sie auch in Bad Staffelstein (Landkreis Lichtenfels) und nicht mehr in Vaterstetten im Osten Münchens. Sie hat eine latente Lebensmittelunverträglichkeit, die im Jahr 2002 ausbrach und sie damals lebensgefährlich abmagern ließ. kast

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