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Leben in der Stadt:Was an München nervt

München ist spitze? Nicht überall.

(Foto: Illustration Jessy Asmus)

Die Wirtschaftskraft, die Lebensqualität, der Fußball: München liegt in vielen Ranglisten weit vorn. Aber in einigen Bereichen schneidet es auch ziemlich schlecht ab.

München ist eine Stadt mit gutem Ruf. München ist beliebt bei Touristen aus Deutschland und aus aller Welt. Die Wirtschaftskraft ist enorm und dementsprechend gut sind die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden. Die Hochschulen sind ausgezeichnet. Einer der besten Fußballklubs spielt in der Stadt. Alles super also? Nein, es gibt in München auch einiges, worüber die Einwohner sich ärgern, worunter sie leiden - und bei denen die Stadt im Vergleich mit anderen deutschen Orten ziemlich schlecht aussieht.

Wenig Platz für viele Menschen

Wer an einem schönen Tag im Sommer in der Stadt einen ruhigen Ort finden will, um sich zu entspannen, der muss sich gut auskennen. Isar, Englischer Garten, Viktualienmarkt, überall Menschenmengen. Das liegt auch daran, dass München eine sehr hohe Bevölkerungsdichte hat. Die aktuellsten Vergleichszahlen basieren auf dem Zensus 2011, damals hatte München noch 1,45 Millionen Einwohner, pro Quadratkilometer waren das 4668 Münchner.

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Zum Vergleich die nächstfolgenden Städte in diesem Ranking: Berlin mit 3948 Einwohnern pro Quadratkilometer, Stuttgart mit 3008, Frankfurt mit 2951. Man muss dazu sagen: In München sind die Stadtgrenzen historisch relativ eng gezogen, auch das ist ein Grund für die hohe Bevölkerungsdichte. Seit dem Zensus ist die Stadt weiter kräftig gewachsen, 1,54 Millionen Einwohner wohnten im Frühjahr 2017 in München, die räumlichen Grenzen aber blieben unverändert. Zudem hat die Stadt im Frühjahr ihre Prognose zur Einwohnerzahl deutlich nach oben korrigiert. Im Jahr 2030 werden demnach 1,8 Millionen Menschen in der Stadt leben. Ob es dann noch hilft, sich gut auszukennen?

Eine grüne Stadt? Nun ja

Im Vergleich der 14 größten deutschen Städte liegt München bei der Grünfläche, also dem Anteil der bepflanzten Fläche, auf Platz zwölf. 49,9 Prozent der Stadt sind demnach nicht bebaut, sondern bepflanzt. Weniger ist es nur in Nürnberg und Leipzig. Am grünsten schneidet bei einem Vergleich Hamburg mit 71,4 Prozent ab. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Berliner Morgenpost nach einer Auswertung von Satellitenbildern. Dabei sind neben öffentlichen Grünflächen und Feldern auch Grünflächen auf Privatgrundstücken berücksichtigt. Aber hey, München hat doch den Englischen Garten! Tatsächlich relativiert sich der Eindruck beim Blick auf eine weitere Rangliste, nämlich nach Anteil der Grünanlagen und Erholungsflächen, ohne Wälder und Privatgrundstücke. Da liegt München mit einem Wert von 11,7 Prozent auf dem sechsten Platz von 25 Städten.

München ist teuer, auch für Besucher

München ist enorm beliebt bei Touristen. Aber wer nur mal zu Besuch kommt, muss sich damit abfinden, dass es nicht ganz billig wird: Nach einer Erhebung des Hotelbuchungsportals HRS kostet ein Hotelzimmer in München durchschnittlich 110 Euro, Platz eins unter den beliebtesten Reisestädten in Deutschland. Auf Platz zwei folgt Hamburg mit 104 Euro. In Dresden sind es 80 Euro. Und für die hohen Preise bekommen Hotelkunden offenbar nicht einmal einen Service, den sie angemessen finden. Jedenfalls liegt München auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem letzten Platz, wenn man Erhebungen von Internetvergleichsportalen wie hotel.de und Check 24 Glauben schenken will.