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Martinsried:Vorhut der U-Bahn

Quintett zum Start: Bürgermeister Hermann Nafziger, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Projektleiter Dimitri Steinke, Bauministerin Kerstin Schreyer und Landrat Christoph Göbel (von links) an der Baustelle in Martinsried.

(Foto: Robert Haas)

Der Bau des Parkdecks hat begonnen, die U 6 kommt noch.

Von Annette Jäger, Martinsried

Es ist das "erste sichtbare Glitzersteinchen" eines großen Mosaiks: So bezeichnete Dimitri Steinke, Geschäftsführer der Projektmanagementgesellschaft U-Bahn Martinsried, den Bau des Parkdecks am Life-Science-Campus der Ludwig-Maximilians-Universität in Martinsried. Diese Baumaßnahme bildet den Auftakt für die Verlängerung der U 6 vom Klinikum Großhadern nach Martinsried.

Am Freitagnachmittag kamen Bayerns Verkehrsministerin, der Wissenschaftsminister, der Landrat und der Planegger Bürgermeister an der künftigen U-Bahn-Haltstelle zusammen, um einen großen Moment zu würdigen. Nach 30 Jahren biegt die lange geplante U-Bahn-Verlängerung "auf die Zielgerade" ein, so Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).

Am Freitag glitzerte es freilich wenig in Martinsried, im strömenden Regen besichtigten die Politiker durch Matschpfützen watend die Baustelle. Hier entstehen 80 Parkplätze an der künftigen U-Bahnhaltestelle. "Endlich sieht man was", sagte Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU), "es gibt keinen Zweifel mehr, die U-Bahn kommt". Mitte 2022 soll der Tunnelbau für die U-Bahn-Verlängerung beginnen, stellte Schreyer in Aussicht. Laut Landrat Christoph Göbel (CSU) steht dem derzeit nichts im Wege, "das Projekt ist im Zeitplan", die Baugenehmigung befinde sich im "Genehmigungslauf".

Abfahrt zum Fahrplanwechsel 2025/2026

Zum Fahrplanwechsel 2025/26 soll die U 6 in Martinsried halten. Das Parkdeck ist als Vorhut mit rund drei Millionen Euro Kosten nur ein kleiner Mosaikstein - zwei Millionen Euro davon bezahlt der Freistaat, den Rest finanzieren der Landkreis und die Gemeinde Planegg. Die U-Bahnverlängerung kostet etwa 137 Millionen Euro.

Die U 6-Verlängerung stellt eine "strategische Verbindung" dar, so Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Die "Wissenschaftslinie" U 6 pendle dann zwischen den Uni-Standorten Garching im Norden und Martinsried im Süden und verbinde dabei die "Technologien der Zukunft". Genau vor 30 Jahren, 1991, fanden erste Gespräche zwischen der Gemeinde Planegg und dem Münchner U-Bahn-Referat statt, erinnerte Nafziger. Damals hat man "alles richtig gemacht", stellte Göbel fest. Martinsried sei nun ein weltweit bekannter Wissenschaftsstandort geworden. Mehr als drei Jahrzehnte später wird der Standort dann nicht mehr "nur mit dem Radl" zu erreichen sein, so Schreyer - sondern mit der U-Bahn.

© SZ vom 22.05.2021/belo
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