Nahverkehr:Schwebebahn ist vom Tisch

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Nahverkehr: Abgefahren: die Magnetschwebebahn der Firma Bögl.

Abgefahren: die Magnetschwebebahn der Firma Bögl.

(Foto: Firmengruppe Max Bögl)

Der Mobilitätsausschuss des Münchner Kreistags verwirft das Transportsystem Bögl als Alternative zu einer Verlängerung der U 5 von Neuperlach nach Ottobrunn.

Der Mobilitätsausschuss des Kreistags hat eine Magnetschwebebahn als Alternative zu einer U-Bahn-Verlängerung von Neuperlach-Süd über Neubiberg und Ottobrunn an den Ludwig-Bölkow-Campus endgültig beerdigt. Grundlage der Entscheidung waren die Ergebnisse einer tiefergehenden Untersuchung durch das Büro Intraplan, bei der das Magnetschwebesystem des oberpfälzischen Herstellers Bögl (TSB) mit den bisherigen Erkenntnissen der Ost-Variante einer U-5-Verlängerung verglichen wurde. Dabei zeigte sich entgegen bisheriger Angaben des Herstellers, dass eine Magnetschwebebahn mit einer U-Bahn nicht konkurrieren kann.

Zwar käme eine Magnetschwebebahn nach Schätzungen mit Kosten von etwa 200 bis 300 Millionen Euro - je nach oberirdischem oder unterirdischem Verlauf - günstiger als eine reine U-Bahn, die mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten wird; allerdings würde sie laut Untersuchung deutlich weniger Menschen zum Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV bewegen. In Zahlen ausgedrückt: Bei der U-Bahn würden am Tag etwa 3000 sonst mit dem Auto gefahrene Kilometer wegfallen, bei der Schwebebahn sind es nur 600.

Erleichtert über das Aus einer Magnetschwebebahn zeigt sich vor allem der Ottobrunner Bürgermeister und CSU-Kreisrat Thomas Loderer, der sich von Anfang an gegen ein solches System ausgesprochen hatte, weil er den Nutzen bezweifelte. "Danke, dass wir das jetzt auch geklärt haben, dass TSB in diesem Bereich kein geeignetes Verkehrsmittel ist", sagte Loderer, der schließlich auch beantragte, eine Magnetschwebebahn in diesem Korridor definitiv auszuschließen. Das Rückgrat der Verkehrswende sei die U-Bahn, so Ottobrunns Rathauschef.

SPD-Fraktionssprecher Florian Schardt zeigte sich ebenfalls erleichtert, dass der Ausschuss sich auf die U-Bahn-Verlängerung festgelegt hat. Zudem kritisierte der Kreisrat, der ebenfalls aus Ottobrunn stammt, noch einmal die vom Unternehmen selbst vorgelegten Verkehrszahlen; diese seien von Anfang an "erkennbarer Unsinn" gewesen. Das Magnetschwebesystem selbst habe aber auch klare Vorteile, räumte Schardt ein, und sollte daher nicht für alle Zeiten ausgeschlossen werden - außer in Ottobrunn.

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