Kirchheim:Böltl will Keck als Nachfolger

Kirchheim: Seit drei Jahren ein eingespieltes Duo, das "eine enge, freundschaftliche Zusammenarbeit" verbindet: Kirchheims bisheriger Bürgermeister Maximilian Böltl von der CSU (rechts) und sein Stellvertreter Stephan Keck von der SPD bei der Vereidigung im Mai 2020.

Seit drei Jahren ein eingespieltes Duo, das "eine enge, freundschaftliche Zusammenarbeit" verbindet: Kirchheims bisheriger Bürgermeister Maximilian Böltl von der CSU (rechts) und sein Stellvertreter Stephan Keck von der SPD bei der Vereidigung im Mai 2020.

(Foto: Angelika Bardehle)

Der scheidende CSU-Bürgermeister schlägt für die nötige Neuwahl seinen Stellvertreter von der SPD vor und wird dabei vom Ortsverband seiner Partei unterstützt.

Von Anna-Maria Salmen, Kirchheim

Wenn Maximilian Böltl (CSU) Ende Oktober ins Maximilianeum wechselt, wird Stephan Keck (SPD) den Chefsessel im Kirchheimer Rathaus übernehmen. Geht es nach dem scheidenden Bürgermeister, soll es sich dabei nicht nur um eine dreimonatige Übergangslösung bis zu den Neuwahlen im Januar handeln: Am Freitagnachmittag schlug Böltl seinen bisherigen Stellvertreter als Kandidaten für seine Nachfolge vor.

Dass er sich als CSU-Politiker für einen SPD-Nachfolger ausspricht, begründet Böltl unter anderem mit der Kontinuität, die angesichts der Großprojekte, in denen Kirchheim gerade steckt, von zentraler Wichtigkeit sei. Im kommenden Jahr findet die Landesgartenschau in der Gemeinde statt, ein neues Rathaus und ein neues Gymnasium entstehen ebenso wie Wohnraum. Der neue Bürgermeister müsse, so Böltl, "tief in die Themen eingearbeitet sein, damit laufende Projekte nahtlos vorankommen".

Auf Keck trifft das zu: Der 58-Jährige hat die Projekte begleitet, zunächst im Gemeinderat, dem er seit 2002 angehört, seit der vergangenen Kommunalwahl auch als Zweiter Bürgermeister. Zudem ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Kirchheim 2024 GmbH für die Landesgartenschau.

Noch vor einigen Jahren schien es undenkbar, dass Böltl und Keck zu Verbündeten werden. Bei der Kommunalwahl 2014 kandidierten beide für das Bürgermeisteramt und lieferten sich einen erbitterten Wahlkampf. Mit 47,9 Prozent unterlag Keck damals knapp in der Stichwahl. In der darauffolgenden Zeit seien die "politischen Gräben" tief gewesen, erinnert sich Böltl. "Die Gemeinde war gespalten."

Mit der Zeit wuchsen beide jedoch zusammen. Aus politischem Zwang, nur gemeinsam die Ortsentwicklung vorantreiben zu können, "hat sich bis heute sukzessive eine enge, freundschaftliche Zusammenarbeit entwickelt", sagt Böltl heute. Die neu gewonnene Harmonie führte dazu, dass Keck bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut antrat und die SPD auch keinen eigenen Kandidaten aufstellte, sondern Böltl offen unterstützte.

Nun revanchiert sich der scheidende Bürgermeister: Ihn würde es freuen, sagt er, "wenn aus meinem Vorschlag in den nächsten Wochen eine überparteiliche und parteiunabhängige Kandidatur entsteht". Der Ortsverband der CSU kündigte am Freitagnachmittag bereits an, Böltls Vorschlag mitzutragen.

Keck selbst wurde nach eigenen Worten von der Empfehlung Böltls überrascht, freut sich aber über diese. "Das ist eine tolle Anerkennung meiner Arbeit", sagte er am Freitag zur SZ. Die Unterstützung der CSU sei ein "Vertrauensbeweis der Kolleginnen und Kollegen". Final festgelegt habe er sich auf die Kandidatur allerdings noch nicht - am Montag stehe die Beratung mit dem SPD-Ortsverein an. Über das Wochenende will sich Keck zudem mit seiner Familie besprechen.

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