Ismaning Gymnasium kostet zwölf Millionen Euro mehr

Bis Dezember war in dem Gebäude am Seidl-Kreuz-Weg das Commundo-Tagungshotel. Zum Schuljahr 2017/18 sollen hier die Gymnasiasten einziehen.

(Foto: Marzoner)

Die Schule wird wesentlich teurer als geplant. Grund dafür sind unter anderem statische Mängel am Bestandsgebäude. Trotzdem unterstützt der Gemeinderat die Umbaupläne einstimmig.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Obgleich der Tagesordnungspunkt "Gymnasium Ismaning" den meisten ein verträumtes Lächeln auf die Lippen zu zaubern pflegt, mussten die Ismaninger Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung doch noch einmal schlucken. Denn die überarbeitete Planung hat ergeben, dass das neue Gymnasium die bislang anvisierten Kosten doch weit überschreiten wird: Mit 32,3 Millionen Euro kalkulieren die Architekten inzwischen, um das ehemalige Commundo-Tagungshotel in die lang ersehnte Oberschule zu verwandeln. Bislang war nur von 19,7 Millionen Euro die Rede gewesen.

Mehr als 800 Pfeiler im Mauerwerk brauchen eine Ertüchtigung

Ausschlaggebend für die rasante Kostensteigerung von gut zwölf Millionen Euro ist einerseits die Statik des Gebäudes. Wie die ausgiebigen Bestandsprüfungen Anfang des Jahres ergeben haben, erfüllen die Pfeiler im Mauerwerk des mehr als 20 Jahre alten Baus nicht mehr die Ansprüche. Die mehr als 800 Pfeiler müssen daher durch zusätzliche Stahlstützen verstärkt werden, die im Gebäudeinneren angebaut und dann verkleidet werden. Eine Maßnahme, welche die beteiligten Architekten Manfred Felix und Michael Wagner für unverzichtbar halten, wie sie den Gemeinderäten erklärten - die aber freilich auch die Baukosten in die Höhe treibt. Insgesamt werden für erforderliche technisch-konstruktive Eingriffe nach Schätzung der Planer mehr als acht Millionen Euro zusätzlich nötig.

Außerdem schlagen die Architekten weitere Optimierungen des ehemaligen Fortbildungshauses vor. Der bestehende Innenhof zwischen Westflügel und Mittelbau soll nicht, wie bisher vorgesehen, ein Glasdach erhalten, sondern offen bleiben. Eine Glaswand soll hingegen im Innern des Gebäudes eingezogen werden, im Mittelbau nämlich, um den Verwaltungstrakt im ersten Stock von der großen Aula im Erdgeschoss gegen Lärm abzuschirmen.

Zudem sieht der überarbeitete Plan vor, die Kunst- und Musikräume in einem Bereich des Westflügels zusammenzulegen. Der Mehrzweckraum, der am Südende des Mittelbaus liegt und etwa 400 Quadratmeter Fläche hat, soll mit einer Zentralbühne ausgestattet werden. Auf diese Weise könnte der Raum auch für Sonderveranstaltungen genutzt werden, erklärte Felix.

Die voraussichtlichen Baukosten steigen auf mehr als 32 Millionen Euro

Insgesamt erhöhen sich die Baukosten mit diesen Vorschlägen auf 32,3 Millionen Euro, das sind 12,6 Millionen Euro mehr als zuvor geschätzt. Dafür, betonten die Architekten, werde die Gemeinde so ein Gebäude "in Neubauqualität" erhalten. "Sie bekommen eine Einrichtung, die es im normalen Schulbau nicht gibt", sagte Felix. Der Architekt unterstrich die gute Eignung des Standorts und des Gebäudes.

Um den eng getakteten Zeitplan einzuhalten, wollen die Planer das Projekt in zwei Bauabschnitte aufteilen. Bis 2017 sollen alle Klassen-, Fach- und Verwaltungsräume für drei Jahrgangsstufen sowie alle lärmintensiven Arbeiten fertig sein, sodass die Vorläuferklassen, die derzeit in Containern unterrichtet werden, wie vorgesehen zum Schuljahr 2017/18 in das Haus am Seidl-Kreuz-Weg umziehen können. Die übrigen Arbeiten am Mittelbau werden bis Herbst 2018 erledigt, würden den Schulbetrieb aber nicht beeinträchtigen, versicherten die Planer.

Die Gemeinderäte bringt die satte Erhöhung nicht aus der Ruhe

Trotz der erheblichen Kostensteigerung sprachen sich alle Fraktionen einhellig dafür aus, die Planungen für das Gymnasium wie vorgeschlagen fortzuführen. CSU-Fraktionssprecher Peter Aurnhammer ärgerte sich zwar über die entdeckten statischen Mängel, das Bestandsgebäude komme Ismaning aber immer noch günstiger als ein moderner Neubau und habe zudem etwa den Vorteil, die Klassenzimmer größer zu gestalten als üblich. "Wir können immer noch sagen, wir bauen um die Hälfte von Garching", scherzte der FWG-Vorsitzende Günter Glasner mit Blick auf das Gymnasium in der Nachbarstadt.