Schulanbau:Klassenzimmer über dem Pausenhof

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Schulanbau: Der Anbau soll dort errichtet werden, wo sich jetzt das Labyrinth auf dem Pausenhof befindet.

Der Anbau soll dort errichtet werden, wo sich jetzt das Labyrinth auf dem Pausenhof befindet.

(Foto: Claus Schunk)

Das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching soll für 1450 Schüler erweitert werden, ohne die Freiflächen allzu sehr zu beschneiden.

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Wer schon immer mal wissen wollte, wie sinnlicher Beton ausschaut, wie man schwebende Klassenzimmer baut und auf welchem Schulhof Zypressen zum Gesamtensemble passen, wird sich das zukünftig möglicherweise am Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching (LMGU) anschauen können. Noch ist allerdings Geduld gefragt, denn am Montagmorgen hat der Zweckverband erst einmal den Beschluss gefasst, überhaupt das Schulhaus zu erweitern und sich eine mögliche Gestaltung durch den bisherigen Architekten Oliver Betz angeschaut. Etwa zwölf Millionen Euro würde der Anbau kosten und könnte, wenn alles glatt läuft, bis 2026 fertig sein. Dann wäre in der Schule Platz für 1450 Schülerinnen und Schüler.

Grund für die Überlegungen, das im kommenden Jahr 50 Jahre alte Gebäude, das 2005 schon einmal erweitert wurde, noch einmal auszubauen, ist vor allem die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Hinzu kommt der ungebrochene Zuzug in die Region und damit auch ins Hachinger Tal. Aktuell besuchen 1250 Kinder und Jugendliche das LMGU, sie werden von 120 Lehrern unterrichtet. In der Unterstufe sind die Jahrgänge aktuell bereits siebenzügig, zukünftig soll das Standard werden.

Funktionieren kann das nur, wenn auch mehr Raum geschaffen wird, sind sich Schulleitung und Gemeinde Unterhaching einig. Zwar sei der Anbau vor 15 Jahren bereits auf 1400 Schüler ausgelegt worden, sagte Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD), "doch muss heute großzügiger als damals geplant werden". Schulleiterin Michaela Trinder betonte: "Ohne Erweiterung geht es nicht, 200 Schüler mehr als jetzt ist schon noch mal eine anderer Größenordnung." Um auch zukünftig alle Unterhachinger und Taufkirchner Schülerinnen und Schüler aufnehmen zu können, sei eine Sieben-Zügigkeit notwendig. Bereits jetzt müsse sie Anfragen aus Oberhaching ablehnen. "Alle Gymnasien rundherum sind voll, man schiebt sich gegenseitig die Kinder zu", berichtete Trinder. Da bis 2030 etwa 20 Prozent Zuwachs bei den Schülerzahlen der beiden Gemeinden prognostiziert wird, befürchtet die Schulleiterin ohne Erweiterung zukünftig nicht einmal genug Platz für die Unterhachinger und Taufkirchner zu haben.

Für Landrat Christoph Göbel (CSU) gibt es in dieser Situation drei Optionen: Ein zweites Gymnasium in Unterhaching, ein weiteres in Taufkirchen oder eben den Anbau. "Taufkirchen hätte ich mir gewünscht, das wäre tatsächlich eine große Entlastung für Unterhaching, aber das ist vor allem ein Platzproblem", sagte der Landrat. Jetzt den Anbau zu planen hat aber auch den Hintergrund, dass der Freistaat bis 2025 wegen der Rückkehr zum G 9 Geld locker machen muss. Göbel dämpfte die Hoffnung, das geplante Gymnasium in Sauerlach könnte dem LMGU etwas Luft verschaffen. Dort seien bei einer Abfrage die Zahlen bereits so hoch wie noch nie bei einem Neubau, zudem drängten Schüler aus den benachbarten Landkreisen dorthin. "Auch geht es in Sauerlach nicht so schnell voran, wie ich es mir wünschen würde", gab Göbel zu. Er stellte aber klar: "Eine Schule für München bauen wir nicht." In der Stadt nämlich beschränkt man sich laut Trinder aus pädagogischen Gründen auf sechszügige Gymnasien.

Wird das Architekturbüro Betz auch die zweite Erweiterung des Schulhauses planen, was noch geklärt werden muss, dann würde der jetzige neuere Teil im Süden um 22 Meter in Richtung Sportarena verlängert. Zudem soll ein 33 Meter langer Verbindungsbau östlich des Chaos-Theaters errichtet werden, wo sich aktuell das Labyrinth befindet. Damit es trotzdem genügend Pausenraum gibt, soll das Erdgeschoss offen bleiben und darüber quasi ein Geschoss mit Klassenzimmern schweben. So könnten insgesamt 15 Klassenräume, drei Fachräume, ein Lehrerzimmer sowie zwei weitere Räume für die Schülermitverantwortung (SMV) entstehen. Der überdachte und damit regengeschützte und schattige Pausenbereich könnte mit "zartem Hellblau" etwas "sinnlicher" gemacht werden, meint Architekt Betz. Der Landrat kann sich neben dem Amphitheater schattenspendende Bäume vorstellen, die an Griechenland erinnern.

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