Fußball-Regionalliga Wenn das Stadion zu klein für die Löwen-Fans ist

Wenn Daniel Bierofka mit seiner Mannschaft in den Landkreis kommt, müssen die Vereine vorbereitet sein.

(Foto: dpa)
  • Der TSV 1860 München spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga.
  • Das stellt die Vereine im Landkreis vor Herausforderungen, denn es werden Tausende Löwen-Anhänger zu den Spielen erwartet.
Von Martin Mühlfenzl

Über das Schicksal des Vereins, den er auch im Herzen trägt, will Franz Faber eigentlich nicht reden. Was gibt es mittlerweile auch noch groß zu sagen über den Absturz der Löwen. Mit dem Aufbau muss sich der TSV 1860 München wieder beschäftigen - und der hat unweigerlich dann doch wieder mit Franz Faber zu tun. Denn Fabers eigentliche große Liebe, der FC Unterföhring, ist in der kommenden Saison in der Regionalliga zwei Mal Gegner der Sechziger. Einmal, so die Hoffnung der Fans, der Verantwortlichen, der Spieler - also eigentlich aller Anhänger der Löwen -, im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße; und einmal wahrscheinlich im Stadion in Heimstetten.

Für den Präsidenten des FC Unterföhring Faber ist ja schon der Aufstieg der eigenen ersten Mannschaft in die Regionalliga ein "Quantensprung". Und dann ist da noch dieses Spiel gegen die tief Gefallenen, das seinen Klub vor ganz besondere Herausforderungen stellen wird. Wie auch die Kollegen vom etwas weiter nördlich gelegenen VfR Garching, die ebenfalls auf die Löwen und die vermutlich Tausende Anhänger treffen werden.

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Allerdings müssen sie in Unterföhring erst einmal das Problem mit der Spielstätte lösen, denn in der Mediengemeinde gibt es kein Stadion, das den Anforderungen für die Regionalliga genügt. Der FC wird daher ins Heimstettener Stadion umziehen. Aber auch gegen 1860?

"Ich bin mir da nicht ganz sicher", sagt Karl-Heinz Schilling, Chef der Polizeiinspektion in Haar. "Aber wir stehen in Gesprächen mit dem FC. Vielleicht weicht der Verein ja auch in ein größeres Stadion nach München aus." Dies sei aber nicht die Entscheidung der Polizei, sagt Schilling. "Wir sind aber gerüstet, wenn große Ereignisse bevorstehen. Wir werden ja auch von Kollegen anderer Inspektionen unterstützt." Er und seine Kollegen hätten in Heimstetten etwa schon den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und seine Fans beaufsichtigt oder auch Spiele der Jugend Champions League.

Was aber passiert, wenn mehr als 2500 Fans das Spiel des FC gegen den TSV sehen wollen? "Das müssen wir mit dem Verein diskutieren", sagt PI-Chef Schilling. "Diejenigen, die nicht mehr rein dürfen, werden ja nicht einfach gehen."

Die Polizei sieht sich gerüstet, die Vereine müssen noch planen

FC-Präsident Faber steht bei dieser Frage noch vor einem ganz anderen Problem: Wie kommen die Fans an ihre Tickets? Bisher, sagt Faber, kommt der FC-Anhänger eine halbe Stunde vor Spielbeginn, zahlt "seinen Zehner" und schlendert ins Stadion. "Das wird beim Derby gegen die Löwen sicher nicht gehen", sagt der Präsident. "Wir überlegen uns derzeit Lösungen. Einen Online-Vorverkauf zum Beispiel. Aber das ist natürlich alles ein Aufwand." Aber was soll Faber einem Löwen-Fan zum Beispiel aus Weiden sagen, der nach Karten fragt? Auch einen Kartenvorverkauf habe es in Unterföhring noch nie gegeben. Eine Menge organisatorisches Holz, das - wie in anderen Vereinen auch - eine Hand voll Ehrenamtlicher erledigt, sagt Faber.

Den vom Bayerischen Fußball-Verband aufgelegten Fragenkatalog mit allen Auflagen, die ein Verein für die Regionalliga erfüllen muss, hat Faber schon im April zurückgeschickt. Die mitunter wichtigste Frage des Stadions konnte der Präsident auch dank der Nachbarn aus Kirchheim schnell erledigen.

"Wir haben unser Stadion ja erst vor kurzem komplett umgerüstet, damit auch Regionalliga-Fußball gespielt werden kann", sagt Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl. "Dazu gehört auch eine Art Käfig für Problemfans. Wir haben den Parkplatz erweitert und die Zufahrten entsprechend geregelt. Wir erfüllen alle Vorgaben."

Allerdings, sagt Böltl, habe er erst die Verantwortlichen beim Heimatverein SV Heimstetten gefragt, ob sie etwas dagegen hätten, wenn auch der FC Unterföhring die Sportanlage mitnutzen würde. Hatten sie nicht. "Da war die Botschaft klar: Natürlich helfen wir", sagt der Rathauschef. Und ein klein wenig profitieren sie beim SV ja auch vom Unterföhringer Abenteuer in der Fremde. Denn der Verein ist auch Pächter der Gaststätte am Stadion und des Kiosks in der Arena. "Da bleibt dann finanziell sicher auch etwas bei den Heimstettnern hängen", sagt Böltl. Und das Thema Sicherheit? "Dem sehen wir ganz gelassen entgegen und vertrauen auf die Polizei und die Ordner", sagt Böltl.

FC-Präsident Faber freut sich auf "ein brutales Abenteuer" in der nächsten Saison. "Wir werden uns alle etwas umstellen müssen, dazu lernen - aber es wird am Ende schon funktionieren." Und eines wird ihn sicher lange beschäftigen: Wenn seine große Liebe auf die alte Liebe trifft. Auf dem Land, nicht im städtischen Stadion.

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