Nachgefragt:"Er hatte gesehen, was los war"

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Die Wasserwacht des BRK hat am Samstag heißen Tee am Impfbus in Unterföhring ausgeschenkt. Ihr Vorsitzender Tobias Meindl erklärt, wie es zu der spontanen Aktion kam

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Nachgefragt: Tobias Meindl ist Vorsitzender der Wasserwacht in Unterföhring.

Tobias Meindl ist Vorsitzender der Wasserwacht in Unterföhring.

(Foto: Robert Haas)

SZ: Wer hatte die Idee, die vielen hundert Menschen mit warmen Getränken zu versorgen?

Tobias Meindl: Ein Mitglied von uns aus Ismaning wollte sich selbst beim Impfbus in Unterföhring boostern lassen und hat gesehen, wie groß der Ansturm war und dass die Leute etwas Warmes gebrauchen könnten. Daraufhin hat er Rücksprache mit dem Impfteam der Malteser gehalten, die das begrüßten, und intern aufgerufen zu helfen. Die Freiwilligen haben sich dann bei der Station am Feringasee getroffen, das dort gelagerte Material eingepackt, Tee und Kaffee gekauft, und schon ging's los.

Es war also eine komplett spontane Aktion eines Einzelnen?

Ja, so kann man das sagen. Er hatte ja gesehen, was vor dem Bürgerhaus los war, und gedacht, dass warme Getränke nicht schaden könnten.

Hätte nicht die Gemeinde angesichts des zu erwartenden Ansturms und der Wetteraussichten vorher schon etwas organisieren müssen?

Ja und nein. Ich denke, es ist schwierig, dass man Landratsamt und Gemeinde zu noch mehr verpflichtet. Vielmehr sollten wir happy sein, dass es jetzt die Möglichkeit der mobilen Impfbusse gibt. Trotzdem überlegen wir, mit der Gemeinde in Kontakt zu treten - für künftige Aktionen. Als Wasserwacht machen wir so etwas ja normalerweise nicht. Dafür gibt es eine "Schnelleinsatzgruppe Verpflegung", die über die Leitstelle alarmiert wird, wenn Notfälle - etwa Evakuierungen durch die Entschärfung einer Fliegerbombe - anstehen.

Wie viele Wasserwachtler waren vor Ort?

Drei unserer Mitglieder haben von 11 Uhr an mehr als 600 Tassen Tee und Kaffee beim Impfbus am Bürgerhaus ausgeschenkt.

Wie lange waren Ihre Kollegen am Samstag im Dienst?

Der letzte Kollege hat sich um 21.25 Uhr in der Station am Feringasee ausgetragen und auf den Heimweg gemacht, nachdem das ganze Material wieder verstaut war. Die Impfaktion lief ja auch länger als vorgesehen.

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