Autobahn A99 Ruf nach dem Südring

Ein Südring soll nach dem Willen von Agenda-Sprecher Trundt die verstopften Autobahnen und Straßen im Münchner Norden entlasten.

(Foto: dpa)

Der Unterföhringer Agenda-Sprecher Trundt bringt den Ringschluss wieder aufs Tapet.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Für Josef Trundt, den Sprecher der lokalen Agenda in Unterföhring, ist es eine Frage der Gerechtigkeit: Der Norden des Landkreises hat mit der steigenden Verkehrsbelastung zu kämpfen, der Süden weigert sich, bei der Entlastung durch einen Autobahn-Ringschluss zu helfen.

"Das ist eine politische Sauerei", sagte Trundt bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Unterföhring an die Adresse des stellvertretenden Landrats und CSU-Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch. Trundt forderte, "dass sich der Kreistag endlich dafür einsetzt, die Lebensqualität im Landkreis anzugleichen" - und den Südring auf den Weg zu bringen. Zur Not gegen die Bürgermeister der Gemeinden, die von der Trasse berührt wären. Für Trundt stellt sich auch die Solidaritätsfrage: Wäre es nicht gerecht, wenn auch die Menschen im Süden ihre Last tragen und nicht nur die Einwohner und Verkehrsteilnehmer im Norden unter dem ewigen Stau leiden?

Seit Jahrzehnten spaltet die Forderung nach einem Autobahn-Südring, der sich von Unterhaching südlich von Grünwald und durchs Würmtal nach Westen ziehen soll, den Landkreis. Gerade in den Nord-Kommunen sei man es leid, dass "wir immer mehr Verkehr bekommen", sagt Trundt. Zwar werde mit dem vierspurigen Ausbau des Föhringer Rings, der Kreisstraße M 3 und der Bundesstraße 471 sowie der derzeit laufenden Erweiterung des Autobahn-Ostrings auf acht Spuren versucht, die Hauptverkehrsrouten zu ertüchtigen, allerdings reiche das nicht aus, wenn es den längst überfälligen Ringschluss im Süden nicht gebe. Der Unterföhringer Agenda-Sprecher hat auch schon eine Idee, wie dies funktionieren könnte: eine Aufnahme der Trasse in den Bundesverkehrswegeplans. "Dafür müsst ihr euch stark machen", verlangte er.

Weidenbusch: Südring-Projekt nicht darstellbar

Weidenbusch allerdings hält das Südring-Projekt für nicht darstellbar, eine Listung im Bundesverkehrswegeplan aktuell gar für ausgeschlossen, wie er betonte. Warum? Weil laut Gutachten die auf mehr als 1,2 Milliarden Euro geschätzten Kosten für einen Ringschluss im Süden in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden, so Weidenbusch. Die Tunnellösungen im Würm- und Isartal seien viel zu teuer. Er, Weidenbusch, und sein Landtagskollege Peter Paul Gantzer von der SPD würden zwar regelmäßig nachfragen, ob es neue Daten zur technischen Machbarkeit und zu Verkehrszahlen gebe - momentan aber sei eine Verwirklichung des Südrings nicht denkbar, sagte Weidenbusch und machte den Unterföhringern wenig Hoffnung auf eine baldige Verkehrsentlastung.

Dabei sind es nicht nur die Lokalpolitiker in der Stadtrandgemeinde, die für den Lückenschluss im Süden kämpfen: Auch die Nachbarn in Ismaning wollen sich nicht mit dem Ist-Zustand auf den Straßen und Autobahnen zufrieden geben. Sie verlangen zum Beispiel, den Südring in die Gesamtfortschreibung des Regionalplans aufzunehmen. "Wir ersaufen hier im Norden regelrecht im Verkehr", sagte Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) bei anderer Gelegenheit und betonte, dass auch München durch den Ring entlastet würde.