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Abiturfeiern:"Bei schlechtem Wetter haben wir ein Problem"

Abi  2013

Die Verleihungen der Abitur-Zeugnisse finden erneut unter erschwerten Bedingungen statt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Weil in Innenräumen nur 50 und draußen 100 Gäste erlaubt sind, ist an den Schulen für die Zeugnisverleihungen Organisationstalent gefragt.

Von Anna-Maria Salmen

Nach Monaten des Lernens können die diesjährigen Abiturienten nun den Stress der Prüfungen hinter sich lassen: An diesem Freitag, 18. Juni, werden die Ergebnisse bekannt gegeben. Auf die Abschlussfeiern, die in den kommenden Wochen stattfinden, fiebern viele bereits jetzt hin - in festlicher Kleidung das Zeugnis überreicht zu bekommen und gemeinsam mit den Eltern und Freunden anzustoßen, das gilt als Höhepunkt der Schulzeit.

Aktuell laufen die Planungen für die feierlichen Zeugnisverleihungen auf Hochtouren, wie mehrere Schulleiter aus dem Landkreis berichten. Dass die Veranstaltungen in Pandemiezeiten anders als gewohnt ablaufen müssen, haben Direktoren und Schüler bereits im vergangenen Jahr erlebt. Heuer könnten sie jedoch vor neuen Herausforderungen stehen: Zusammenkünfte im Freien sind derzeit auf 100 Teilnehmer beschränkt, in Innenräumen auf 50. Die Regelung betrifft auch Schulabschlussfeiern. Erst kürzlich kritisierten die beiden Landtagsabgeordneten der Grünen aus dem Landkreis, Claudia Köhler und Markus Büchler, die Einschränkung: Eltern und Geschwister könnten durch die Deckelung die Feiern nicht miterleben, beklagten Köhler und Büchler.

"Wir wissen noch nicht, wie die Situation in vier Wochen aussieht. Deswegen planen wir vorsichtig", sagt Armin Eifertinger, Schulleiter des Garchinger Werner-Heisenberg-Gymnasium. Etwa 130 Schülerinnen und Schüler bekommen dort heuer ihr Zeugnis, die Verleihung findet wie bereits 2020 im Freien statt. Damit die maximale Teilnehmerzahl nicht überschritten wird und jeder Schüler trotz der Beschränkung noch Begleiter mitbringen kann, wird die Vergabe auf mehrere Slots aufgeteilt. "Wir haben das so mit den Schülern und Eltern besprochen, das ist eine verlässliche Lösung", berichtet der Garchinger Schulleiter.

Auch am Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching plant man zurückhaltend, wie Schulleiterin Michaela Trinder sagt. Die Zeugnisverleihung soll hier ebenfalls im Freien stattfinden, aufgeteilt nach den Kursgruppen. "Aber bei schlechtem Wetter haben wir ein Problem." In der Aula der Schule würden zwar 400 Personen Platz finden. Mit der Beschränkung auf 50 Teilnehmer in Innenräumen stoße man aber an Grenzen.

Für jede Gruppe ein Sektempfang

"In jeder Kursgruppe sind 25 Schüler, also könnte jeder nur eine Person mitnehmen." Trinder hofft auf eine Lockerung: "Die Eltern leisten schon einen Beitrag zum Abschluss ihrer Kinder und wollen dann natürlich auch bei der Zeugnisverleihung dabei sein." Der aktuelle Jahrgang habe es durch die Pandemie ohnehin schwierig gehabt. "Wir geben uns deswegen große Mühe, die Schüler in einem möglichst feierlichen Rahmen zu verabschieden." Aus diesem Grund soll es in Unterhaching nach der Zeugnisverleihung für jede Gruppe einen Sektempfang geben. "Das gehört einfach dazu", sagt die Schulleiterin.

Auf eine festliche Atmosphäre legt auch Gabriele Langner Wert. Die etwa 120 Abiturienten des Ernst-Mach-Gymnasiums in Haar bekommen ihre Abschlusszeugnisse nach Angaben der Schulleiterin in der feierlich geschmückten großen Turnhalle überreicht, "sofern die Inzidenz und die offiziellen Regeln es zulassen".

Zwei Begleitpersonen soll jeder mitbringen dürfen. Langners Planung ist jedoch flexibel: Sollte die Teilnehmerbeschränkung zum Zeitpunkt der Feier noch nicht aufgehoben sein oder nur geringfügig erhöht werden, müsse man die Veranstaltung aufteilen - "dann können auch nur die Schüler dabei sein".

Langner hofft auf baldige Informationen vonseiten des bayerischen Kultusministeriums. "Beim Fußball dürfen 14 000 Zuschauer ins Stadion", sagt die Schulleiterin mit Blick auf das EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft in München. "Aber die Schüler schränkt man so sehr ein." Wenn nicht einmal die Eltern bei der Zeugnisverleihung dabei sein dürften, dann sei das ein "massiver Eingriff", findet Langner. Dennoch, die Schulleiterin ist zuversichtlich: Man könne unter jeder Voraussetzung einen festlichen Rahmen bieten.

© SZ vom 14.06.2021/wkr
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