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Guiness-Buch der Rekorde:"Das ist besser, als wir uns erträumt hatten"

Umgerechnet ein Liter Benzin benötigt das E-Auto auf 11 000 Kilometer.

(Foto: Graeme Fordham)

An diesem Samstag sind die Bedingungen besser. Zehn Grad, leichter Wind. Nach zehn Minuten fährt Lisa Kugler zum ersten Mal an Hoschke vorbei, sie winkt. Fünfeinhalb Runden hat sie insgesamt vor sich, jede exakt 4573 Meter lang. Hinterher fährt ein Kleinbus mit Lena Kuhlmann, der Prüferin von Guinness World Records.

Für sie ist der Rekordversuch einer von vielen. Zuletzt inspizierte sie den längsten Picknicktisch der Welt; am Sonntag werde sie einem BMX-Fahrer zusehen, der sich binnen 30 Sekunden mindestens ebenso oft um die eigene Achse drehen wolle. Für den Rekordversuch des Tufast-Eco-Teams habe Guinness feste Kriterien formuliert, erklärt Kuhlmann: Das Fahrzeug müsse mindestens 25 Kilometer weit fahren. Der Füllungskanal des Motors müsse versiegelt sein, damit keiner schummeln kann.

Die Strecke hat sie bereits am Vortag inspiziert, es gibt hier keine Abkürzung, sie ist zufrieden. Die Fahrzeugbastler haben sich darüber hinaus vorgenommen, die 25 Kilometer in maximal einer Stunde zu fahren. Eigentlich gelte ja, je langsamer, desto sparsamer, sagt David Kalwar vom Tufast-Eco-Team. Aber man wolle doch wenigstens so schnell sein wie ein einigermaßen sportlicher Radfahrer.

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Als das Team 2009 anfing, gab es noch keine Vorarbeiten, kein Konzept, keine Sponsoren. Eineinhalb Jahre brauchten sie, um mit einem ersten Fahrzeug beim "Shell Eco Marathon" anzutreten, dem wichtigsten Wettbewerb für effiziente Elektrofahrzeuge. Das war 2011 in der Lausitz, und es war ein Fiasko. Ihr damaliges Fahrzeug fuhr mit einer Brennstoffzelle, sie hatten ein chinesisches Modell eingebaut, das leckschlug, Wasserstoff trat aus.

Erst durften sie deshalb nicht auf die Strecke - und als sie nach einigem Hin und Her doch antreten durften, fuhren sie versehentlich über einen Buckel, das Fahrzeug schaltete sich selbst ab. Zum Trost schenkte ihnen ein Shell-Techniker eine kleine gelbe Badeente. Das Gummitier begleitet sie seitdem, für Lisa Kugler ist es ein Glücksbringer. In den folgenden Jahren haben die TU-Studenten mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen.

Es ist 10.35 Uhr, als der Wagen ins Ziel fährt. Der erste Lauf war nicht optimal, sie seien erst einmal auf Nummer sicher gegangen, sagt Maximilian Amm. Die Geschwindigkeit war höher als nötig, Kugler hat den Motor außerdem erst spät abgeschaltet. Das Fahrzeug rollt nicht nur über die Ziellinie, sondern noch einen ganzen Kilometer weiter. Kuglers Kollegen hält trotzdem nichts, sie rennen hinterher.

Das Ergebnis? Sie haben auf 25 Kilometern 78,79 Kilojoule verbraucht; ein Liter Benzin hätte sie rund 10 100 Kilometer weit getragen. Philipp Wurdak kniet neben der Fahrerkabine: "Das ist besser, als wir uns erträumt hatten", sagt er. Aber es geht sogar noch mehr. Am Nachmittag wagen sie einen zweiten Lauf. Sie justieren den Motor nach, regeln die Geschwindigkeit etwas herunter, tauschen den Akku aus und wechseln das Hinterrad. Am Ende verbessern sie ihren Wert auf 11 000 Kilometer pro Liter Benzin. Von der Konkurrenz aus Zürich redet keiner mehr. "Sie dürfen jetzt jubeln", sagt Lena Kuhlmann von Guinness. Der Rekord steht.