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Freizeit:München könnte weitere Surferwellen bekommen

Der Eisbach-Surfspot ist berühmt, bald könnten weitere dazukommen.

(Foto: Robert Haas)
  • Dort, wo der Eisbach in die Isar mündet, und an der Wittelsbacher Brücke könnte München laut einer Studie weitere Surferwellen bekommen.
  • Zudem prüft die Stadt, ob die Isar auf Höhe der Marienklause genug Wasser zum Surfen führt.
  • Auf der Würm und am Flaucher wird es keine Wellen geben. Ein Eingriff würde Umweltstandards verletzen.

Von Heiner Effern

Die Surfer in München dürfen auf weitere stabile Wellen für ihren Sport hoffen. Die Stadt sieht Potenzial im Norden der Isar an der Einmündung des Eisbachs und an der Schwelle direkt unterhalb der Wittelsbacherbrücke. Zudem soll die schon genutzte Welle an der Floßlände so ertüchtigt werden, dass Surfer sie dauerhaft nützen können.

An der Marienklause will die Stadt zumindest prüfen, ob für einen begrenzten Zeitraum von etwa neun Monaten genug Wasser für die Sportler zur Verfügung steht. Keine Chance für neue Wellen gibt es an der Würm und am Flaucher. Das geht aus einem Zwischenbericht des Baureferats hervor, der am Dienstag im Stadtrat vorgestellt wurde.

Sehr konkret sind die Pläne an der Wittelsbacher Schwelle. Diese wurde vor etwa 100 Jahren in die Isar eingebaut und soll ohnehin saniert werden. Eine Variante sieht vor, eine Surfwelle einzubauen. Dazu wurde eine Machbarkeitsstudie beauftragt, das Baureferat erarbeitet gerade eine Beschlussvorlage für den Stadtrat mit einer Kostenschätzung. Die Entscheidung soll 2018 fallen.

Offen bleibt zunächst, ob am Eisbach eine zweite Welle möglich ist. Die Stadt hält das für möglich, muss damit aber mit dem Freistaat verhandeln. Dieser entscheidet als Eigentümer des Englischen Gartens darüber. Denkbar wäre eine zweite Welle an der Mündung in die Isar nahe dem Oberföhringer Wehr. An der Floßlände läuft der Surfbetrieb bereits, jeweils in den Sommermonaten. Immer wieder aber gibt es Probleme mit der Wassermenge, den Wünschen der Kanuten oder dem Abfluss ins Naturbad Maria Einsiedel.

Laut Baureferat sind alle Rechenmodelle an ihre Grenzen gestoßen, als sie eine Lösung suchen sollten. Deshalb soll nun ein Großversuch mit einem physikalischen Modell gestartet werden. So könnte mit verschiedenen Einbauten das sensible Wassersystem an der Floßlände untersucht werden.

Glatt durchgefallen sind als mögliche Plätze für Surferwellen die Würm und der Flaucher. In beiden Fällen widerspreche der nötige Eingriff in den Fluss den dort geltenden Umweltstandards. Bei der Würm ist das schon länger klar, bereits im Sommer hatte Umweltreferentin Stephanie Jacobs erklärt, dass der Einbau einer Welle hier nicht genehmigungsfähig sei.

Das gleiche gilt nun auch am Flaucher. Dort schwanke der Spiegel stark, schreibt Baureferentin Rosemarie Hingerl in ihrer Vorlage. Das vorhandene Wasser müsse aber gleichmäßig übers Flussbett verteilt werden, um ökologische Vorgaben erfüllen. Deshalb sei nicht konstant genügend Wasser für eine stabile Welle vorhanden.

Im Baureferat haben die Experten genau ausgerechnet, wie viel Wasser eine sportliche Welle benötigt: eineinhalb Kubikmeter pro Sekunde auf einer Breite von einem Meter. Das sehen sie an der Marienklause nicht stabil zu erreichen, wenn gleichzeitig auch noch die Boote fahren und Fische auf einer Treppe flussaufwärts schwimmen sollen. Die Surfer sind aber überzeugt, dass die Menge meistens doch reicht. Auf Intervention von SPD und CSU untersucht das Baureferat nun, ob wenigstens für einen begrenzten Zeitraum eine Welle realistisch ist.

© SZ vom 25.10.2017/bhi

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