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Freie Wähler in Moosburg:Wahlkampf aus dem Bus

Geht es nach den Freien Wählern, dann wird die Fußgängerunterführung am Moosburger Bahnhof bis zur westlichen Seite der Gleise verlängert.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bürgermeisterkandidat Josef Dollinger stellt bei einer 40-minütigen Rundfahrt seine zehn Themenschwerpunkte vor und gibt sich siegessicher.

Also eines ist gewiss: Am mangelnden Selbstbewusstsein wird es nicht liegen, wenn es im März bei der Kommunalwahl in Moosburg nicht so hinhaut, wie Josef Dollinger sich das vorstellt. "Als Bürgermeisterkandidat und zukünftiger Bürgermeister der Stadt" erläuterte er am Montagnachmittag mit einigen Mitstreitern das Wahlprogramm der Freien Wählern - und das nicht irgendwo in einem Wirtshaus, sondern während einer 40-Minuten-Tour im Stadtbus.

Damit wolle man signalisieren, "dass der Stadtbus ein wichtiger Bestandteil unseres Programms ist", sagte der FW-Ortsvorsitzende und Stadtratskandidat Reinhard Lauterbach. Der Öffentliche Personennahverkehr, in den der Stadtbus eingebunden werden solle, sei den Freien Wählern "ein Anliegen", ergänzte Dollinger. Dass der Stadtbus reformbedürftig ist, zeigte sich - auch wenn eine einzige Fahrt nicht repräsentativ ist - an der überschaubaren Fahrgastzahl. Es lasse sich aber auch daran festmachen, so Lauterbach, dass der Bus weder das Gewerbegebiet Degernpoint, noch das Gebiet westlich der Bahngleise anfahre - genau jenen Bereich, in dem sich die Stadt derzeit rasant weiterentwickelt.

Vom aktuellen Stadtrat begonnene Projekte sollen weiterverfolgt werden

Das Programm der Freien Wähler umfasst zehn Themenschwerpunkte. Es reicht von "Bürgerinnen und Verwaltung" sowie "Bildung und Schulen", über "Umwelt, Natur und Klimaschutz", "Straßenbau, Verkehr und Radwege", "Bahnhof", "Innenstadtgestaltung", "Finanzen und Gewerbe", "Wohnraum und Soziales" sowie "Freizeit, Erholung, Sport, Vereine und Ehrenamt" bis hin zu "Familien, Gesundheit und Kultur".

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Ihn freue, dass viele Teile des FW-Programms auch bei den anderen Parteien zu finden seien, so Dollinger: "Es ist gut, wenn es für die künftige Arbeit im Stadtrat eine breite Mehrheit gibt." Das Programm der Freien Wähler ist in vielen Bereichen aber auch ein Statement der Kontinuität. So will man von der scheidenden Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU) und dem aktuellen Stadtrat begonnene Maßnahmen weiterverfolgen. Etwa den Bau einer Mittelschul-Mensa und von Sportstätten für das Gymnasium auf dem Areal an der Schlesierstraße. Oder den Hallenbadneubau, der wegen überlasteter Firmen und einer Ausschreibung, die wieder aufgehoben werden musste, etwas ins Stocken geraten ist.

Bahnhof: Dollinger will eine Verlängerung des Fußgängertunnels

Auch sei man, so Dollinger, "selbstverständlich weiterhin mit Nachdruck gegen die dritte Startbahn". Zudem gelte es im Bereich Innenstadt "die bestehenden Beschlüsse zum Plan-Umbau zeitnah umzusetzen, auch wenn ich da eigentlich ein bisserl andere Vorstellungen gehabt habe". Beim Bahnhofsgebäude, das die Stadt gekauft hat, bevorzugt Dollinger "eine vernünftige Sanierung zu einem vernünftigen Preis". Ein kompletter Neubau sei "wahrscheinlich zu kompliziert". Auf jeden Fall brauche man am Bahnhof mehr Fahrradabstellplätze und eine Verlängerung des Fußgängertunnels zur westlichen Gleisseite.

Die Digitalisierung der Stadtverwaltung sei eine Selbstverständlichkeit, so Dollinger. Zudem wolle er Gesprächsrunden zwischen Bürgermeister, Geschäftsinhabern und Hauseigentümern im Sanierungsbereich einführen. Wohnraum müsse man "mit Bedacht ausweisen", sagte Dollinger. Ein Wachstum von durchschnittlich einem Prozent im Jahr - also etwa 200 Neubürger - sei angemessen. Die "volle Unterstützung von Vereinen, Ehrenamt und Brauchtum als Rückhalt unserer bayerischen Kultur" liegt den FW besonders am Herzen. Außerdem wollen sie nach dem Vorbild von Deggendorf und Dingolfing im Bereich des geplanten Neubaugebiets "Oberes Gereuth" ein innenstadtnahes Freizeitgebiet an der Isar schaffen. Hier ein Angebot zu haben, sei sinnvoller als im Aquapark, "der ist nämlich zu weit draußen", sagte Stadtrat Ludwig Kieninger.

© SZ vom 29.01.2020/FPOL
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