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Deckt Bedarf von 1000 Einfamilienhäusern:Radtour mit Bürgermeister: Bürger informieren sich über Solarpark

Bürgermeister Heilmeier radelt mit Bürgern durch die Gemeinde

Die Neufahrner konnten am Wochenende mit Bürgermeister Franz Heilmeier durch die Gemeinde radeln und einiges über aktuelle Projekte erfahren.

(Foto: Lukas Barth)

An der Neufahrner Kurve wird ein großer Solarpark entstehen: Darüber und über andere aktuelle Projekte erfahren die Teilnehmer bei einer Radtour durch die Gemeinde. Die Bürger in Massenhausen hoffen, dass sie bald ein Pfarrzentrum bekommen.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

An der historischen Stelle schauen die Radler in die Zukunft. Die Brücke zwischen Mintraching und Moosmühle führt über die schon mehr als 150 Jahre alte Bahnlinie Regensburg-München und eröffnet den Blick auf die neue "Neufahrner Kurve" zum Flughafen. In diese Richtung deutet Andreas Henze von der Bürger-Energiegenossenschaft Freisinger Land auch, als er von dem Solarpark erzählt, der direkt daneben - zwischen Gleisen und Autobahn - errichtet wird. Dort soll so viel Strom erzeugt werden, dass damit der Bedarf von 1000 Einfamilienhäusern abgedeckt werden kann - oder umgerechnet ein Sechstel des gesamten Neufahrner Bedarfs. "Das ist ein großer Schritt in Richtung Energiewende", betont Henze.

Seine Zuhörer nicken anerkennend. "Da ist es auch ideal, da stört es keinen Menschen", stellt eine Frau fest. Solche Anlagen seien inzwischen nur noch neben Autobahnen zulässig, erklärt Henze und beruhigt damit auch jenen Zuhörer, der sich andernorts schon über Fotovoltaikanlagen in der freien Landschaft geärgert hat.

Die Volkshochschule, unterstützt vom ADFC, hat die Radltour organisiert. Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne), Verkehrsreferent Florian Pflügler (ÖDP), Andreas Henze und gut 25 weitere Radler sind dabei. Zwischen Mintraching und Moosmühle wundern sich manche dann über die perfekt ausgebaute Straße. "Früher war doch nur Schotter hier", erinnert sich eine Radlerin. Als die vorherige Ortsverbindung trotz des Protestes der Landwirte der Neufahrner Kurve weichen und die Bahn für Ersatz sorgen musste, habe "Geld auch nicht so die Rolle gespielt", erzählt Bürgermeister Heilmeier.

Seit Jahren ist ein neues Pfarrzentrum nötig

Von der Bahnbrücke aus geht es weiter durch die Dörfer im Neufahrner Norden. In Massenhausen zum Beispiel macht die Gruppe an der Kirche Halt. Der Bürgermeister deutet auf die gegenüberliegende Wiese. Dort, neben dem Pfarrhaus, möchte der Pfarrverband Massenhausen ein Pfarrzentrum errichten. Seit Jahren wäre das nötig, sagt Heilmeier. Jetzt endlich habe der Verband beim Erzbistum erreicht, dass das Vorhaben zumindest weiterverfolgt werde - wenngleich es immer noch keine echte Priorität habe.

Massenhausen ist historisch gesehen nicht nur ein Dorf unter vielen, sondern mit Neufahrn "geschichtlich mindestens auf Augenhöhe", wie Heilmeier deutlich macht: Bis 1978 war es Mittelpunkt einer eigenständigen Gemeinde. Der Schützengau, der auch Neufahrn umfasst, ist nach Massenhausen benannt. Und die Feuerwehr ist die älteste in der Gemeinde und die viertälteste im Landkreis. Heuer feiert sie ihr 150-jähriges Bestehen.

Auch Straßenführung und die Parkplatzsituation seien "suboptimal"

Wenn es mit dem Pfarrzentrum einmal klappt, will die Gemeinde bei der Gelegenheit auch die Straßenführung und die Parkplatzsituation in dem Bereich verbessern. Derzeit sei das alles "suboptimal", sagt der Bürgermeister und blickt dabei etwa auf die scharfe Straßenkurve, welche die Radlergruppe auch gleich nehmen wird.

Zuvor ist sie schon an einem kleinen Laden vorbeigekommen, der "eine ganz zentrale Sache" ist, wie Heilmeier sagt: Seit kurzem hat Massenhausen nun neben einer Metzgerei auch wieder eine Bäckerei - sogar samt Café. Eine gute Busverbindung würden sich die Leute auch wünschen, weiß eine Radlerin und rennt damit bei Verkehrsreferent Pflügler offene Türen ein. Erst recht, als sie anregt, dass man das doch mit einem Kleinbus realisieren könnte. Eben das hat Pflügler wenige Tage zuvor im Gemeinderat vorgeschlagen. Beschlossen wurde jedenfalls schon, über den Landkreis eine zusätzliche Ortsbuslinie zu beantragen, die für die nördlichen Ortsteile die langersehnte Anbindung bringen würde. Nach gut drei Stunden sind die Radler wieder in Neufahrn. Wie eine der Zukunftstouren einmal aussehen könnte, hat Pflügler da auch schon aufgezeigt: Er berichtete bei der Tour von den Planungen für einen Radweg von Oberschleißheim bis Freising entlang der Bahn. Von dort aus gebe es dann in Neufahrn im Übrigen auch "einen traumhaft schönen Weg durch den Sport- und Freizeitpark" in Richtung Grünecker Straße.

© sz.de/nta

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