Surfsee in Neufahrn Klage gegen Anbieter von Stand-Up-Paddling-Kursen abgewiesen

Ärger um das Stand-Up-Paddling: Der Segel-Surf-Club Neufahrn ist mit seiner Klage gescheitert.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Segel-Surf-Club kann externen Kursanbieter nicht belangen, obwohl er sich - so der Vorwurf - auf Vereinsgelände befand.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Am Tag danach wirkte Kolja Rösch immer noch etwas ratlos. Damit hatte der Vorsitzende des Segel-Surf-Clubs Neufahrn nicht gerechnet Das Amtsgericht Freising hat eine Klage des Vereins nach einer - wie man dachte - unberechtigten und noch dazu gewerblichen Nutzung des Vereinsgeländes am Surfsee abgewiesen. Es fehle an einer klaren und eindeutigen Erkennbarkeit des Areals, zitiert Rösch die Urteilsbegründung, die er mittlerweile schwarz auf weiß vorliegen hat.

Zwar hat der SSC ein Schild aufgestellt, wonach die Nutzung des von ihm gepachteten Ufers nur Mitgliedern erlaubt ist. Aber das reicht offenbar nicht aus. In der Jahreshauptversammlung kündigte Rösch nun Gespräche mit der Gemeinde Neufahrn an, "wie man das besser sichtbar machen kann". Schließlich habe der Verein die Verkehrssicherungspflicht und müsse sich auch schützen. Derzeit könne man jedenfalls "trotz besseren Wissens das Grundstück betreten, und wir haben keine Chance".

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Geht es darum, unerwünschte Konkurrenz fernzuhalten?

Prozessgegner war ein ehemaliges Mitglied des Vereins. In einem früheren Gespräch mit der Freisinger SZ hatte der Mann erklärt, dass er sich außerhalb des verbotenen Bereichs aufgehalten und somit keinen Fehler gemacht habe. Der Hintergrund sei wohl ein anderer: Es gehe darum, unerwünschte Konkurrenz fernzuhalten. Der Mann bietet Kurse für Stand-Up-Paddling (SUP) an, einen davon hat nach SSC-Informationen seine Frau am Surfsee organisiert. Gleichzeitig fand auf dem Surfsee ein SUP-Kurs des SSC Neufahrn statt. Weil der externe Anbieter das Gelände laut Rösch trotz Aufforderung nicht verlassen wollte, seien ihm dann - gemäß einem Aushang am Clubhaus - 500 Euro in Rechnung gestellt worden. Später habe man noch einen Mahnbescheid verschickt und - weil alles nichts geholfen habe - Klage eingereicht.

Dass der Verein bei Gericht verloren hat, kann auch Dritter Bürgermeister Thomas Seidenberger (Freie Wähler) nicht nachvollziehen: "Ich kann ja auch nicht auf ein Nachbargrundstück gehen und dort eine Party machen". Man müsse nun gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung finden und "solchen Leuten den Wind aus den Segeln nehmen", sagte Seidenberger: "Denn wenn was passiert, ist der Verein verantwortlich - und das kann es nicht sein."

Das Thema Stand-Up-Paddling sorgt für Erfolge

Das Thema SUP beschert dem Verein freilich - abseits des Prozesses - auch jede Menge Erfolge: Dass die Mitgliederzahl wieder auf mehr als 200 gestiegen ist, "liegt auch am Thema SUP", wie Rösch sagte: "Das Interesse ist groß". Die entsprechenden Kurse seien vergangenes Jahr "gigantisch gelaufen", während klassische Surfkurse "nicht so der große Hit" gewesen seien. Für heuer sind fünf Surfkurse und 36 SUP-Kurse geplant. Eher ungewöhnlich ist zum Beispiel SUP-Yoga. Am Starnberger See gibt es so etwas schon, wie Rösch berichtete, "aber wir sind die Einzigen im Norden". SUP-Polo will der SSC beim Kanu-Outdoor-Festival in Oberschleißheim anbieten. Mit Surfen will der SSC ebenfalls wieder überregional von sich reden machen und an der Bundesliga teilnehmen.

Äußerst beliebt sind die Schnupperkurse, die der Verein im vergangenen Jahr zum Beispiel in den Ferienprogrammen in Neufahrn, Kranzberg und Hallbergmoos angeboten hat. Ein Kurs in Neufahrn sei schon nach 15 Minuten ausgebucht gewesen, erzählte Sportwartin Lina van Brügge. Zum traditionellen "Surfers Weekend" seien 131 Schnuppersurfer und -paddler gekommen.

Neben dem Sport stehen auch immer Instandhaltungsarbeiten am Surfsee auf dem Programm. Im vergangenen Jahr haben 89 Mitglieder bei zehn Arbeitsdiensten 719 Stunden geleistet. In diesem Jahr sind bereits sieben Termine festgelegt worden.

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