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Alte Post in Parsdorf:Tradition verpflichtet

Wirtshausserie - Parsdorf

Die Eigentümer der Alten Post Karl, Rosi und Heidi Müller, mit den Wirtsleuten Herbert und Simon Matzner im Biergarten der Wirtschaft.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Wirt will dem Stil des Hauses gerecht werden, das merkt man auch an der Speisekarte

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Die Alte Post ist gewissermaßen eine Verbindung aus sehr alt und sehr neu: Das Haus ist mindestens 577 Jahre alt, sein Innenleben dagegen hochmodern. Und genau diese Verbindung will Wirt Simon Matzner auch auf die Teller seiner Gäste bringen. Man setze zum einen natürlich auf die traditionellen bayerischen Wirtshausgerichte, wolle diese aber um überraschende Elemente bereichern. So ist etwa das "Parsdorfer Schnitzel", die Spezialität des Hauses, einerseits das klassische Schweineschnitzel, anderseits aber eines in Brezenpanade und mit Meerrettich gewürzt. Auch Veganer und Vegetarier müssen nicht hungrig vom Tisch aufstehen, denn Fleischloses und rein Pflanzliches steht ebenfalls auf der Karte.

Wichtig ist Matzner, der das Wirtshaus zusammen mit seinem Vater Herbert betreibt - genau wie die Poinger Einkehr -, dass die Zutaten möglichst aus der Region kommen und vor allem frisch in der Wirtschaft zubereitet werden. Und nicht nur das Angebot auf der Speisekarte soll möglichst viele Leute ansprechen, auch die Innenausstattung ist für verschiedene Geschmäcker gedacht. Die Gaststube ist wie eine klassische bayerische Wirtschaft eingerichtet, die ehemalige Metzgerei in modernerem Ambiente. Natürlich darf auch der Biergarten nicht fehlen, der dank der bei der Sanierung vor drei Jahren Richtung Straße eingebauten Lärmschutzwand besonders gemütlich ist. Nur Grillen sei derzeit wegen Corona leider nicht möglich, bedauert der Wirt.

Die Matzners haben die Alte Post erst in diesem Januar übernommen, was wegen der bald darauf Corona-bedingt verhängten Wirtshausschließungen ein besonders harter Start war. Doch inzwischen sei das Geschäft wieder angelaufen, sagt Simon Matzner: "Es läuft immer besser."

Vielleicht läuft auch bald wieder eine andere beliebte Attraktion in der Post an. Traditionell wird der Saal vom Theaterverein Brettlbühne Vaterstetten bespielt, doch ausgerechnet Ende März, als das neue Stück aufgeführt werden sollte, war der Höhepunkt der Pandemie und alles musste abgesagt werden. Normalerweise gibt es auch im Herbst eine Premiere, ob sie stattfinden kann, steht noch nicht fest.

© SZ vom 13.08.2020
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