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MVV-Tarifreform 2019:Wo S-Bahn-Pendeln 53 Prozent günstiger wird

Die S-Bahnlinie 4 nach Ebersberg.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Monatskartennutzer im Kreis Ebersberg profitieren von der MVV-Reform, allerdings je nach Strecke verschieden. Wer es besonders gut erwischt hat und wer weniger.

Der Jackpot geht an Pendler, die täglich von Vaterstetten nach Ebersberg oder umgekehrt fahren: Derzeit kostet das Monatsticket "Isarcard" für die S-Bahn 116,50 Euro, von Mitte Dezember an sinkt der Preis auf 55,30 Euro - also um 53 Prozent. Weniger glücklich darf sich schätzen, wer von Vaterstetten in die Münchner Innenstadt pendelt. Auch hier sinkt der Preis für das S-Bahn-Monatsticket, allerdings nur um 1,50 Euro auf dann 88,90 Euro - also nur um zwei Prozent.

Die beiden Beispiele zeigen: Die neue vereinfachte Tarifreform des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) kommt Monatskartennutzern und Abonnenten im Landkreis Ebersberg generell entgegen, weil die Preise günstiger werden. Allerdings ist das Ausmaß des Profits sehr unterschiedlich verteilt. Eine Präsentation der Reform von MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch am Montag in München ergab im gesamten MVV-Bereich erhebliche Abweichungen bei der Höhe der Vergünstigung, wie nicht nur das Beispiel Vaterstetten zeigt.

Die neue Reform gilt von 15. Dezember an und soll das System durchsichtiger machen. Künftig gibt es keine "Ringe" mehr, sondern sieben ringartige Zonen vom Stadtbereich bis in die Region. Im Außenbereich sollen Haltestellen, die nun zwei Zonen zugeordnet sind (etwa Poing, Markt Schwaben oder Vaterstetten) für mehr Fairness bei der Preisbemessung sorgen.

Es gibt Reform-Gewinner und -Verlierer

Zu den Gewinnern der Reform auf den S-Bahnlinien 2, 4 und 6 durch den Kreis Ebersberg zählen Pendler zwischen Zorneding und der Kreisstadt: Statt bisher 90,40 Euro fallen künftig 55,20 Euro an - ein Rückgang von 39 Prozent. Auch im Glück: S-Bahn-Gäste, die von Markt Schwaben nach Erding pendeln - statt bisher 79,10 Euro fallen für die Isarcard künftig 55,20 Euro an, 30 Prozent weniger. Eine Station früher, von Poing nach Erding, sind statt bisher 103,70 Euro künftig 88,90 Euro fällig, ein Rückgang von 14 Prozent. Spürbar weniger zahlen auch S-Bahn-Nutzer, die zwischen der Kreisstadt und der Landeshauptstadt pendeln, hier sinkt der Preis für ein Monatsticket um 16 Prozent von 163,40 Euro auf nun 137,90 Euro. Zwischen Poing und München geht der Monatspreis um 14 Prozent nach unten - von 103,70 Euro auf 88,90 Euro. Zwischen Markt Schwaben und München sind es 13 Prozent weniger - statt 127,80 Euro künftig 113,40 Euro.

Weniger gut erwischt haben es Pendler zwischen Eglharting beziehungsweise Kirchseeon und München, dort sind es künftig 113,40 Euro und damit nur 3,10 Euro und drei Prozent weniger als bisher. Gleiches trifft für Nutzer von Wochenkarten zu, auch hier gehen die Tarife stark überwiegend im einstelligen Prozentbereich zurück. Einzelfahrten und Fahrten mit der Streifenkarte werden teilweise sogar teurer. Die Einzelfahrkarte von Markt Schwaben nach München kostet künftig 6,60 Euro statt bisher 5,80 Euro, also 14 Prozent mehr, aus Poing (5 Euro statt bisher 5,80 Euro) oder Ebersberg (8,30 statt bisher 8,70 Euro) wird es hingegen günstiger.

Entlastung für die oft überfüllte S 2 zwischen Markt Schwaben und München ist trotz der Reform nicht in Sicht. Das Problem dort: In Markt Schwaben steigen viele Pendler ein, die im Bereich des benachbarten Ottenhofen wohnen, sich aber den Aufpreis für die S-Bahnfahrt nach München von bisher monatlich 12,70 Euro für die Fahrt aus Ottenhofen sparen. Unter anderem deswegen hat Markt Schwaben ein Parkplatzproblem im Bereich des Bahnhofs. Weil die München-Monatskarte aus Markt Schwaben stärker verbilligt wurde als aus Ottenhofen, liegt der Aufpreis für die Zwei-Kilometer-Strecke künftig bei 14,50 Euro.

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