Ebersberger Forst:Filmemacher geht dem Mythos der "Weißen Frau" nach

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Weiße Frau

Filmemacher Klaus Bichlmeier hat sich vorgenommen, dem Rätsel von der Weißen Frau auf den Grund zu gehen. Momentan dreht er im Forst - und hofft auf die Mithilfe der Ebersberger.

(Foto: privat)

Es gibt drei verschiedene Versionen der Legende. Was geschah damals wirklich? Klaus Bichlmeier wählt für seinen Film die schockierenste Variante.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Mitternacht, Nebelschwaden zwischen den Bäumen, nur ein kleines Licht leuchtet in der Kapelle... will man da wirklich den Kopf zur Rücksitzbank wenden? Vielleicht sitzt sie da ja schon, die Weiße Frau, die nach ihrem grausamen Tod keine Ruhe findet und der nachgesagt wird, dass sie immer wieder in Autos erscheint und Fahrern ins Steuer greift... Ein mulmiges Gefühl haben wohl viele, die nachts an der Hubertuskapelle im Ebersberger Forst vorbeifahren. Doch die Weiße Frau ist nicht nur unheimlich, sondern auch berühmt, immer wieder haben sich Filmteams auf die Suche nach ihr gemacht. Nun geht der Filmemacher Klaus Bichlmeier dem Mythos nach - und hofft darauf, dass auch die Ebersberger ihm gruselige Geheimnisse dazu verraten.

Die Weiße Frau ist freilich nicht der einzige Mythos, der den 74-Jährigen fasziniert. Erst vor einigen Jahren hat er in einem Film enthüllt, wie es mit dem Tod von König Ludwig - seiner Überzeugung nach - wirklich war, außerdem hat der Filmemacher sein Publikum auf mehrere Zeitreisen, unter anderem durch München und Bayern geführt. Vor kurzem ist der Münchner nach Poing gezogen, und hat sich nun die Gruselgeschichte aus dem Ebersberger Forst vorgenommen.

Dabei gibt es von der Geschichte durchaus unterschiedliche Versionen. Irgendwann - es heißt in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts, Polizeiakten darüber gibt es nicht - soll bei einem Unfall an dieser Stelle eine Frau getötet und sterbend zurückgelassen worden sein. In einer anderen Version starben bei dem Unfall auch ihre beiden Kinder. In wieder einer anderen Variante war die Frau mit dem Rad unterwegs und lebte noch nach dem Zusammenstoß. Der Unfallverursacher habe die sterbende Frau ins Gebüsch gezogen und mit Zweigen zugedeckt, um seine Tat zu vertuschen. Das ist die Version, die der Poinger Filmemacher erzählt. Er dreht im Augenblick an der gespenstischen Stelle mit Peter Böhme und Lucia Fischer aus Erding sowie Anita Schlöglhofer aus Poing. Ob er mit seinem Team auf die Lösung des Rätsels von der Weißen Frau kommt?

Helfen könnten ihm jedenfalls alle diejenigen, die etwas zur Weißen Frau erzählen können, auch wenn es vielleicht nicht viel ist. Wer sich mit Bichlmeier unterhalten und möglicherweise auch im neuen Film vorkommen möchte, kann am Samstag, 6. November, 14 Uhr, zur Hubertuskapelle in den Ebersberger Forst kommen. Infos zum Termin gibt es unter Telefon (08121) 98 86 50. Die Filmpremiere erfolgt am Buß- und Bettag, 17. November, 19.30 Uhr, im Cineplex in Erding. Zusätzlich läuft der Film "Zeitreise Bayern". Der Eintritt beträgt fünf Euro.

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