Bauprojekt Mit den Sommerferien beginnt in Ebersberg die Sanierung der St 2080

Es geht um eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im Landkreis. Worauf sich Autofahrer gefasst machen müssen.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Sommerzeit ist Ausflugszeit, darauf setzt man auch bei den Straßenbauern und erneuert Verkehrswege vorzugsweise dann, wenn viele Nutzer ausgeflogen sind. Doch auch gutes Timing verhindert nicht, dass manche Arbeiten selbst längere Ausflüge nötig machen, so in Ebersberg. Dort beginnt Ende Juli eines der größten Straßenbauprojekte, die es in der Kreisstadt seit langem gegeben hat. Die Eberhardstraße zwischen Klostersee und Rathaus ist für mehrere Wochen komplett gesperrt, Ebersberg von Norden nicht mehr erreichbar. Umgeleitet wird der Nord-Süd-Verkehr in dieser Zeit entweder über Anzing und Zorneding oder über Steinhöring und Hohenlinden, jeweils auf die B304.

Grund für die Bauarbeiten ist an sich etwas, über das sich viele Ebersberger freuen dürften: Das Staatliche Bauamt in Rosenheim lässt die Staatsstraße 2080, wie die Eberhardstraße offiziell heißt, sanieren. Schon länger wird unter anderem zusätzlicher Lärm durch den schlechten Straßenbelag beklagt. Auch Sicherheitsprobleme wurden angemahnt, etwa durch Spurrillen und schlecht erkennbare Markierungen. Seit Jahren gibt es daher immer wieder Appelle aus dem Stadtrat und der Verwaltung, der Freistaat möge endlich seine Straße sanieren. Vergangenes Jahr fand dies Gehör, bei einem Ortstermin ließen sich die Zuständigen offenbar vom schlechten Zustand der Straße überzeugen.

Geplant ist nun, den alten Straßenbelag durch einen neuen, lärmmindernden zu ersetzen. Leiser soll es auch dadurch werden, dass die Kanal- und Gullydeckel nivelliert werden, dadurch soll es beim Überfahren weniger rumpeln. Gearbeitet wird von der Abzweigung zur Heinrich-Vogl-Straße beim Rathaus bis zum Klostersee, wo sich die Eberhardstraße in die Hohenlindner und die Schwabener Straße teilt. Baubeginn ist voraussichtlich am ersten Tag der Sommerferien, also am Montag, 29. Juli. Mindestens drei Wochen soll die Eberhardstraße komplett gesperrt sein, der Abschnitt beim Rathaus sogar die gesamten Ferien hindurch bis zum 9. September.

"Das wird nicht reibungslos gehen", sagt der Ebersberger Hauptamtsleiter

Denn die Stadt Ebersberg saniert seit einigen Jahren ihr Wasser- und Kanalsystem. Eine wichtige Frischwasserleitung verläuft vom Marienplatz nach Westen unter der Staatsstraße hindurch. Für die Stadt eine gute Gelegenheit, für die Erneuerung der Wasserleitung alleine hätte das Straßenbauamt wohl keiner wochenlangen Vollsperrung einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im Landkreis zugestimmt. Dies macht nämlich sehr weiträumige Umleitungen nötig.

Wer etwa zwischen Ebersberg und Hohenlinden unterwegs ist, fährt über Steinhöring nach Norden auf die Kreisstraße EBE 20 Richtung Abersdorf, bei Helletsgaden auf die EBE 6 und bei Rosenberg auf die B 12. Der Verkehr zwischen Rosenheim und der A94, der sonst über die B304 nach Ebersberg und weiter durch den Forst läuft, soll bereits in Edling auf die Kreisstraße RO 24 abbiegen. Nach einem Schlenker durch den Landkreis Mühldorf und die MÜ 46 geht es weiter über Albaching nach Nordwesten und ebenfalls via EBE 6 auf die B 12. Die Ausweichroute im Westen beginnt an der A94 in Forstinning und Anzing, verläuft weiter über Purfing und Wolfesing auf die Zornedinger Südumgehung der B 304 und über Kirchseeon nach Ebersberg.

"Das wird nicht reibungslos gehen", erwartet Erik Ipsen, Hauptamtsleiter im Ebersberger Rathaus. Besonders die ersten Tage der Umleitung dürften eine große Herausforderung werden. Allerdings wird die Baustelle den Betreibern von Navigationsgeräten und Routenplanern gemeldet, so dass die Autofahrer idealerweise um die Stadt herumgelotst werden. Eine Querung der Eberhardstraße soll auch während der Bauarbeiten möglich sein - wenn auch nicht immer an der gleichen Stelle.

Am Montag hat die Stadt die Anlieger über den Zeitplan der Bauabschnitte informiert. Der Durchgangsverkehr wird aber erst nach Abschluss aller Arbeiten, einschließlich des Wasserleitungsbaus am Rathaus wieder fließen können, mit einer Ausnahme: Die Busse, die auf der Eberhardstraße und weiter durch den Forst unterwegs sind, sollen dies auch während der Bauarbeiten tun können.

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