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Kommunalwahl 2020:"Pro Ebersberg" steigt ins Bürgermeister-Rennen ein

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Wollen in den Stadtrat: Die Mitglieder der neuen Wählergemeinschaft "Pro Ebersberg", die in dieser Woche gegründet wurde.

(Foto: Privat)

Die Wählergemeinschaft will zur Wahl im nächsten Jahr mit Stadtratsliste und eigenem Kandidaten antreten.

Der Wahlkampf in der Kreisstadt wird immer interessanter. Neben den bisher im Stadtrat vertretenen fünf Parteien will nun auch eine sechste Gruppierung ins Gremium einziehen. Am vergangenen Dienstag wurde die neue Wählergruppe "Pro Ebersberg" gegründet, diese hat bereits angekündigt, sowohl eine Stadtratsliste wie auch einen Bürgermeisterkandidaten oder eine Kandidatin aufzustellen. Es wäre die mittlerweile fünfte Bewerbung um das höchste Amt der Stadt.

Dieses wird auf jeden Fall neu besetzt, da Amtsinhaber Walter Brilmayer (CSU) aus Altersgründen nicht erneut antreten darf. Am 15. März - oder vermutlich erst zwei Wochen später in der Stichwahl - wird sich entscheiden, wer dem seit 1994 amtierenden Stadtoberhaupt nachfolgt. Für die Christsozialen tritt Stadtrat und Ortsvorsitzender Alexander Gressierer an, die Freien Wähler haben sich für den langjährigen Zweiten Bürgermeister Toni Ried entschieden. Bei der SPD wird Uli Proske antreten, der Ebersberger Feuerwehrkommandant vertritt die Genossen bereits im Kreistag. Auch die FDP will den Chefsessel im Rathaus erobern, die Liberalen haben ihren aktuell einzigen Stadtrat Bernhard Spötzl nominiert.

Im kommenden Monat soll ein Kandidat präsentiert werden

Die vier werden nun im Wahlkampf Konkurrenz bekommen, das kündigte die neue Wählergemeinschaft kurz nach ihrer Gründung bereits an. Wer der Kandidat oder die Kandidatin sein werden, soll aber erst im Laufe des kommenden Monats auf einer Aufstellungsversammlung entschieden werden, so der Vorsitzende der neuen Gruppierung, Josef Peis, Leiter der Geschäftsstelle des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising. Stellvertreter des 46-Jährigen sind die langjährige Geschäftsführerin des katholischen Kreisbildungswerks für den Landkreis Ebersberg, Claudia Pfrang und Reinhold Weise von der Bürgerinitiative "St2080 raus" die sich für eine zeitnahe Verkehrsentlastung der Innenstadt einsetzt. Außerdem im Vorstand sind der frühere Vorsitzende des Ebersberger Tennisclubs Georg Hengster als Kassier, Ernst Wildermuth und Oliver Schramm sind Beisitzer, Schriftführer wurde Markus Hanneder von der Kolpingfamilie. Kommunalpolitisch in Erscheinung getreten ist bislang niemand aus dem Vorstand. Dementsprechend definiert sich die Wählergemeinschaft auch als "parteiunabhängig". Ihre Mitglieder seien "Ebersberger Bürgerinnen und Bürger, die mitten im Leben stehen". Punkten will man mit "frischen Ideen und neuen Perspektiven".

Zumindest bei den Herausforderungen, die es in den nächsten sechs Jahren anzugehen gilt, identifiziert "Pro Ebersberg" ähnliche Themen, wie die bereits im Stadtrat vertretenen Parteien. Ganz oben auf der Liste steht der Verkehr, ein Thema, das in der Politik der Kreisstadt seit Jahren eine große Rolle spielt, allerdings ohne, dass sich viel bewegt hätte. Knackpunkt ist die Frage, ob und unter welchen Umständen die Stadt eine Umgehungsstraße für die über den Marienplatz verlaufende Staatsstraße 2080 bekommen kann. Nachdem vor knapp zehn Jahren alle vom Staatlichen Bauamt vorgeschlagenen Varianten im Stadtrat abgelehnt wurden, ist das Projekt im Ausbauplan weit nach hinten gerutscht.

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Zudem gibt es mittlerweile auch Widerstand bei den Bewohnern in den Ortschaften im Ebersberger Osten, die keine Fernstraße vor ihren Haustüren haben wollen. Eine Folge davon ist, dass sich - mit Ausnahme der FDP - keine Partei bislang auf eine Trassenführung festlegen will. Genauso wenig übrigens wie die Bürgerinitiative "St2080 raus". Derzeit wird das Thema in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, der auch Vertreter der Bürgerinitiative und der Bewohner der Ortschaften angehören, behandelt.

Eng mit dem Thema Verkehr verbunden, ist der Punkt "Stadtentwicklung", den sich die Wählergemeinschaft auf ihre Agenda gesetzt hat. Denn ein wichtiges Element der Stadtentwicklung wäre die Umgestaltung des Marienplatzes, was allerdings bei der derzeitigen Verkehrssituation schwierig bis unmöglich ist.

Welche Ansätze die neue Wählergemeinschaft in der Stadtpolitik vertreten will, soll übernächste Woche bei einer Infoveranstaltung vorgestellt werden. Am Dienstag, 8. Oktober, sind alle Interessierten um 19.30 Uhr in die Sieghartsburg, Sieghartstraße 8, eingeladen.

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