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Schulabgänger in Ebersberg:Abiturfeier im Autokino

So eng wie bei früheren Abi-Feiern - hier in Vaterstetten - darf es dieses Jahr nicht zugehen. In den Schulen sucht man kreative Lösungen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Wegen Corona ist auch für die Absolventen der Gymnasien im Landkreis Ebersberg vieles anders als sonst. Feierlich wird die Übergabe der Abiturzeugnisse dennoch - und kreativ.

Zeugnisverleihung im Livestream, Abiturfeier im Autokino: Wegen der Coronakrise können die Gymnasien im Landkreis in diesem Jahr ihre Abiturienten nicht so verabschieden wie in den Jahren zuvor - doch sie haben kreative Lösungen gefunden, um die Feierlichkeiten des Abschlussjahrgangs trotzdem zu einen ganz besonderen Erlebnis für die jungen Leute zu machen. Dabei haben die Schulen, an denen diese Woche die letzten mündlichen Prüfungen stattfanden, ganz unterschiedliche Ideen, wie gefeiert wird.

Die wohl ausgefallenste Lösung wurde am Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben gefunden: "Wir haben uns jetzt entschieden, dass wir ins Autokino gehen", verkündet Schulleiter Peter Popp. Da eine Zeremonie in der Turnhalle wegen der Auflagen nur ohne Angehörige möglich gewesen wäre, habe sich die Schulleitung in Rücksprache mit dem Elternbeirat und der Schülerschaft zu diesem Schritt entschlossen. Ziel sei es, die Zeugnisverleihung in diesem ungewöhnlichen Rahmen möglichst feierlich zu gestalten. Die Familien könnten vom Auto aus teilnehmen, während die Reden im Autoradio und auf der Leinwand übertragen werden.

Im Rückblick auf die Prüfungen zollt Peter Popp den jungen Leuten ein großes Lob: Trotz der Irritationen im Vorfeld seien die Schülerinnen und Schüler hoch motiviert gewesen - und manche von ihnen vielleicht sogar besser vorbereitet als normalerweise, weil in den vergangenen Wochen auch mögliche Ablenkungen weggefallen seien. Popp ist sich deshalb sicher, dass er bei der Verleihung in viele glückliche Gesichter blicken werde können, und vielleicht würden sich auch die Abiturientinnen und Abiturienten in ein paar Jahren mit Stolz an ihren besonderen Jahrgang zurückerinnern, der so viele Hürden und Herausforderungen gemeistert hat.

Im Max-Mannheimer-Gymnasium in Grafing hat man die Planungen noch nicht ganz abgeschlossen: "Wir gehen gerade verschiedene Szenarien durch", so Oberstufenkoordinator Marc Schuster. Angesichts der Abstandsregeln und der Einschränkung von Versammlungen erwäge man im Moment einige Möglichkeiten - etwa die Verlegung der Feier in entsprechend große Räume wie die Sport- oder Stadthalle, oder eine Staffelung in zwei Schichten. Hierbei müsse man nicht nur die rund 130 Abiturientinnen und Abiturienten berücksichtigen, sondern auch deren Freunde und Familien, die diesen besonderen Tag nicht verpassen wollen. Man plane außerdem, die Zeugnisverleihung im Livestream zu übertragen für Angehörige, die nicht an der Abiturfeier teilnehmen können. Aufgrund der dynamischen Situation sei es im Moment aber schwierig, den Ablauf mehrere Wochen im Voraus konkret zu planen. In jedem Fall gelte: "Die Gesundheit geht bei uns absolut vor." Die Abiturientinnen und Abiturienten brächten ebenfalls Ideen und Vorschläge für die Gestaltung der Feier ein und zeigten sich, wie Marc Schuster betont, trotz der enormen Herausforderungen der Coronakrise sehr konzentriert.

Simone Voit, Schulleiterin des Gymnasiums Kirchseeon, berichtet von ähnlichen Ansätzen. Man plane, die Verleihung in Gruppen aufzuteilen, die von den Schülerinnen und Schülern selbst bestimmt werden. Zudem werden einige Reden bereits vorab aufgezeichnet und per Streaming zur Verfügung gestellt. Dies ermögliche es, die Zeremonie für die einzelnen Gruppen so persönlich wie möglich zu gestalten und auch die Eltern teilhaben zu lassen. Man habe bereits ein Zeitkonzept erarbeitet, um etwa den Abschlussgottesdienst und Fotomöglichkeiten unter Einhaltung der Hygienevorschriften einzubringen. Die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler war hierbei zentral: "Das ist uns ganz wichtig gewesen", betont Simone Voit. Da dieser Abschlussjahrgang in den vergangenen Monaten immer wieder mit Ungewissheiten konfrontiert war und auf vieles verzichten muss, sei es besonders wichtig, ein gemeinsames Konzept zu finden, um diesem würdigen und wichtigen Moment im Leben der Abiturientinnen und Abiturienten gerecht zu werden.

"Es ist der Wunsch von uns und den Schülern, auch in diesem Jahr eine feierliche Verleihung der Zeugnisse zu haben", sagt Rüdiger Modell, Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums Vaterstetten. Für das größte Gymnasium des Landkreises, das bei der Abiturfeier im letzten Jahr rund 1000 Besucher in der Turnhalle empfangen hat, stelle dies jedoch eine große Herausforderung dar. Deshalb plane man hier ebenfalls, den Abschlussjahrgang bei seiner Feier in mindestens zwei Gruppen aufzuteilen, damit die Eltern an der Zeremonie teilnehmen können. Auch die Option einer Liveübertragung der Feierlichkeiten stehe im Raum. Man sei täglich in Kontakt mit den Abiturientinnen und Abiturienten, um die Planung gemeinsam zu gestalten. In jedem Fall hoffe man, dass die Auflagen bis zum Termin der Verleihung in knapp einem Monat weiter gelockert werden.

© SZ vom 26.06.2020/koei

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