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Dallmayr Bar & Grill:Dallmayr setzt jetzt auf Seafood

Direkt neben den Marktständen des Stammhauses ist der Bereich Dallmayr Bar & Grill entstanden.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Speisen werden auf einem neuen Wundergrill zubereitet - das allerdings teils zu Preisen, für die anderswo eine ganze Familie satt zu kriegen ist.

Es ist einer dieser Münchner Orte, die sich nie zu verändern scheinen. Die edlen Schwingtüren am Eingang, die üppig dekorierten Ladentheken, die Hirschgeweihe an den Wänden. Wir brauchten einen Moment, um zu merken, was jetzt eigentlich anders ist als früher, im Erdgeschoß beim Dallmayr.

Ach ja, der Zigarrenladen. Ja, genau, der ist weg. Und rechter Hand, wo einst vorwiegend Damen aus gutem Hause Champagner und Kaviarhappen verzehrten, steht jetzt eine prachtvolle, quadratische Bar mit leuchtend blauem Fischschuppenmuster und einer Messingtheke.

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Daneben schließt sich ein Gastraum an. "Dallmayr Bar & Grill" heißt dieser neu gestaltete Bereich im Erdgeschoß, direkt neben den Marktständen des Stammhauses. Kaviar gibt es natürlich immer noch. Wer mag, kann sich eine hübsche Portion Beluga di Venezia für 400 Euro servieren lassen. Die modern gestaltete Speisekarte listet aber auch einige weniger aufgeregte Verlockungen.

Seafood steht zweifellos im Zentrum des Geschehens. Wir wählten zunächst einige Standard-Starter. Die größte Freude machte "Thunfisch Tataki", eine mit Sesamkörnern belegte, angebratene, innen rohe Thunfischrolle auf einem Papaya-Chutney, garniert mit Passepierre, einem knackigen grünen Meeresgewächs (15,50 Euro).

Diese Fusion-Version eines angebratenen Sushi war grilltechnisch perfekt gelungen und in Kombination mit der bitter-fruchtigen Sauce eine spannende, kontrastreiche Neuschöpfung. Ähnlich gefallen haben uns von luftig-schaumigen Mandarine-Walnuss-Sellerie-Mousse begleitete, sanft angegrillte Jakobsmuscheln (18,50). Obgleich man in diesem Fall sagen muss: Die Mousse wurde eher von den Muscheln begleitet, mengenmäßig.

Völlig in Ordnung ging ein Teller mit fünf Darreichungsformen von Lachs, von mariniert bis geräuchert (22,50). Allerdings steht bei einem solchen Gericht die Qualität der Ware mehr im Vordergrund als die Finesse des Küchenchefs. Um die eigentliche Besonderheit dieser neuen Lokalität noch besser kennenzulernen, den vom Dallmayr-Marketing angepriesenen, eigens eingebauten "Robata"-Grill, bestellten wir ein Flank Steak, ein ungewohnterweise aus dem Bauchlappen des Rinds geschnittenes, leicht marmoriertes Stück Fleisch.

Es ist nicht so zart wie Filet, aber dank der Maserung mindestens so geschmacksintensiv. Vor allem, wenn der japanische Wundergrill das Fleisch mit einer sanft rauchigen Oberfläche veredelt. Als Beilagen zu den Hauptgerichten probierten wir Süßkartoffeln, die mit pikant-würzigem Honig verfeinert wurden (4,50) sowie einen knackigen Salat vom Babyspinat, veredelt mit Quinoa-Kügelchen (ein Hochlandgewächs aus den Anden, wie uns Google verriet) sowie Shamponzu (über das auch Google nichts weiß, außer dass es nicht ist, wonach es klingt).

Die Beilagen sind eine durchdachte Ergänzung der Grillwaren. Man kann aber auch ein Gemüse-Tempura von der Vorspeisenliste als Beilage zum Hauptgericht bestellen. Solchen Wünschen kommt das bemerkenswert zuvorkommende und freundliche Personal professionell und prompt nach.