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Radverkehr:Petition für einen Radweg

Staatsstraße 2054

Der Indersdorfer Radfahrreferent Hubertus Schulz hält die Staatsstraße 2054 für zu gefährlich für Radler. Er fordert einen eigenen Radweg.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Indersdorfer und Weichser wollen eine Verbindung von Glonn und Weichs

Von Jacqueline Lang, Markt Indersdorf

Im April stand das Thema Radwegeverbindung zwischen Markt Indersdorf und Weichs auf der Tagesordnung des Indersdorfer Gemeinderats - mal wieder. Konkret ging es um drei Verbindungen, die ein breites Bündnis aus Weichser und Indersdorfer Grünen, Weichser und Indersdorfer SPD, dem Bürgerblock Niederroth sowie der Wählergruppe Um(welt)denken nach langen Jahren, in denen nichts passiert war, nun endlich umsetzen wollte. Die ernüchternde Einschätzung der Verwaltung lautete jedoch damals: Entweder es fehlt der nötige Grund oder die Zuständigkeit. Der Radfahrreferent Hubertus Schulz (Grüne) kündigte jedoch noch in der Sitzung an, es damit nicht auf sich beruhen lassen zu wollen. Vielmehr wolle er, als Indersdorfer Bürger, der er ja neben seinem kommunalpolitischen Amt auch ist, eine Petition starten, um der Forderung zumindest für die aussichtsreichste Verbindung entlang der Staatsstraße 2054 Nachdruck zu verleihen. Sie soll Weichs mit dem Indersdorfer Ortsteil Glonn verbinden.

Seit nunmehr knapp drei Wochen ist die Petition bereits auf der Plattform Change.org zu finden. Gestartet hat sie der neu gegründete Arbeitskreis "Radwege im Landkreis Dachau", der laut Schulz sowohl "partei- als auch vereinsübergreifend" ist. Adressiert ist die Petition direkt an das Staatliche Bauamt in Freising, das rein rechtlich für den Ausbau zuständig ist, weil es sich um eine Staatsstraße handelt.

Der Streckenabschnitt ist auch bereits seit längerem Teil des Radverkehrskonzeptes des Landkreises Dachau und wird dort auch als "notwendig" eingestuft. "Ein Ausbau ist dringlich, wird aber vom Straßenbauamt so nicht beurteilt, obwohl der notwendige Grund dafür bereits vorhanden ist", hieß es dazu es in der Sitzungsvorlage vom April. Bürgermeister Franz Obesser (CSU) hatte in der Sitzung im April schon seine Bereitschaft erklärt, gemeinsam mit den Weichser Kollegen noch einmal das Gespräch mit dem Bauamt suchen zu wollen. Er hatte aber auch zu bedenken gegeben, dass der Radweg wohl erst im Zuge eines Straßenausbaus erfolgen werde, für den es derzeit noch keine Pläne gibt.

Die Petition soll dem Vorhaben unabhängig davon nun noch einmal Nachdruck verleihen. Bislang haben sie (Stand 8. Juni) bereits 560 Personen unterschrieben, die Initiatoren hoffen am Ende auf mindestens 1000. Derzeit gibt es nur die Möglichkeit, die Petition online zu unterzeichnen, sobald es möglich ist, will man laut Schulz aber auch Unterschriftslisten auslegen und Aktionen starten, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Denn, so heißt es zur Erklärung in der Petition: Radfahrer würden derzeit auf der Strecke "extrem und unzumutbar gefährdet". Es gebe "gefährliche Kurven, keine Übersichtlichkeit und keinen Platz für die Radler" Man wolle, so der Arbeitskreis, eine sichere Verbindung der Orte schaffen und somit auch "einen wichtigen Schritt für die allseits proklamierte Verkehrswende leisten". Es dürfe nicht sein, dass erst Menschen zu schaden kommen müssten, um die Dringlichkeit nachzuweisen. "Dies sieht übrigens das Bundesverwaltungsgericht ebenso", heißt es in der Petition abschließend.

Zusätzlich zu der Petition hat der Radfahrreferent Hubertus Schulz jüngst auch einen Blog gestartet: den Radelmonitor. Dieser solle, so Schulz, "transparent über die Fortschritte und Problemfälle beim Thema Radwege berichten". Und nicht nur das: Bürgerinnen sollen dort ganz unkompliziert die Möglichkeit bekommen, gefährliche Stellen zu melden, sowie eigene Verbesserungsvorschläge zu machen. Denn, auch das sagt Schulz: Die Verbindung zwischen Weichs und Glonn ist nur eine von sehr vielen Verbindungen im Landkreis Dachau, die es benötigt, um Menschen in Zukunft dazu bewegen zu können, ihr Auto auch einmal stehen zu lassen und stattdessen mit dem Fahrrad zu fahren.

© SZ vom 09.06.2021
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