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In der ganzen Stadt:In Dachau gibt es jetzt 80 E-Scooter

Elektro Leihroller

Ordentlich abgestellt: Die E-Scooter dürfen nicht vor Notausgängen oder Zufahrten geparkt werden.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

80 E-Scooter hat das Unternehmen Bird in Dachau aufgestellt. Eine Erlaubnis der Stadt braucht es dafür nicht.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Sie sind vielen Großstädten auf der ganzen Welt unterwegs. Sie parken auf Gehwegen an Straßenkreuzungen, Menschen cruisen mit ihnen auf Radwegen durch die City, und vor allem jetzt in der nasskalten Jahreszeit sind sie immer wieder in gefährliche Verkehrsunfälle verwickelt: E-Scooter. Die Roller mit Elektroantrieb gehören inzwischen auch zum Dachauer Stadtbild. Die Unternehmen Bird, neben Lime einer der globalen Riesen dieser Branche, hat nach Angaben der Stadt bis zu 80 E-Scooter in Dachau aufgestellt.

Wer damit fahren will, muss sich die Bird-App auf sein Smartphone laden. Dort wird einem angezeigt, wo sich der nächste Roller befindet. Eine Fahrt kostet einen Euro für das Entsperren des Scooters plus 19 Cent je angefangene Minute. Der Nutzer zahlt per Paypal oder Kreditkarte. Um einen E-Scooter fahren zu dürfen, muss man mindestens 14 Jahre alt sein. Die Roller haben im Verkehr den gleichen Status wie ein Fahrrad. Man muss mit ihnen auf Radwegen fahren, wenn es keinen Radweg gibt, darf man auf die Straße ausweichen. Das Befahren von Gehwegen ist verboten. Maximal eine Person ist pro Scooter erlaubt. Am besten sollte man immer einen Helm tragen.

Tragen die E-Soooter zur Verkehrswende in Dachau bei?

Logischerweise ist es verboten, unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen zu fahren. Für E-Scooter-Fahrer gelten die gleichen Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille unterwegs ist, begeht laut ADAC eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid. Das bedeutet in der Regel: 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Fahrer mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille begehen eine Straftat. Die Roller dürfen überall in der Stadt abgestellt werden. Öffentliche Wege, Notausgänge und Zufahrten müssen allerdings freigehalten werden. Um das Aufladen der E-Scooter kümmert sich Bird selbst.

Das Unternehmen hat zwar im Rathaus angekündigt, die Roller aufzustellen. Doch eine Erlaubnis seitens der Stadt braucht Bird dafür nicht. Darauf hat Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) jetzt in der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses hingewiesen. "Das hat mit der Stadt gar nichts zu tun", sagte er.

Ob die E-Roller zur Verkehrswende in Dachau beitragen werden, bleibt abzuwarten. Die Altstadt selbst ist aufgrund des Kopfsteinpflaster eigentlich eher ungeeignet für die Scooter. Jetzt im Herbst ist besondere Vorsicht geboten. Schon auf einer trockenen Fahrbahn kann das Fahren mit einem E-Scooter herausfordernd sein, wenn es zum Beispiel über Bordsteinkanten geht. Nässe, Reifglätte und Laub auf den Straßen bedeuten für die Roller mit ihren kleinen Rädern noch größere Risiken. Der TÜV Thüringen rät, bei Glätte ganz auf die Fahrzeuge zu verzichten.

© SZ vom 19.11.2020
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