Vergleich:Asylpolitik im Münchner Umland: Nur ein Landkreis ließ Kinder abschieben

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Vergleich: Sogenannte Transitzentren wie hier in Manching sollen die schnelle Abschiebung von Flüchtlingen ermöglichen, deren Asylantrag abgelehnt wurde.

Sogenannte Transitzentren wie hier in Manching sollen die schnelle Abschiebung von Flüchtlingen ermöglichen, deren Asylantrag abgelehnt wurde.

(Foto: Stefan Puchner/dpa)

Dass eine Karlsfelder Familie mitten in der Nacht nach Nigeria verfrachtet wurde, hat große Bestürzung ausgelöst. Ein Blick auf die Nachbarlandkreise zeigt: Nicht überall wurden zuletzt so viele Menschen abgeschoben. Und Kinder nur in Dachau.

Von Jessica Schober, Dachau

Die nächtliche Abschiebung der fünfköpfigen Karlsfelder Familie Esiovwa nach Nigeria am 12. Juli hat über die Grenzen des Landkreises Dachau hinweg viele Menschen beschäftigt. Die Familie - bestehend aus zwei schwer kranken Eltern, einem Sohn mit Behinderung sowie zwei Töchtern - war zuvor gut integriert, der Vater hatte jahrelang festangestellt in einem Hotel in Ottobrunn gearbeitet. Dass 13 Beamte die Unterkunft der Familie nachts stürmten - einen Tag vor der Tumor-Behandlung der Mutter -, erschütterte Helferkreise, Flüchtlingsrat, Caritas und Politik.

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