Bauvorhaben:Dauerbaustelle Indersdorf

Bauvorhaben: Vor allem die Indersdorfer Turnhalle ist in einem schlechten Zustand. Der Landkreis hofft, dass die Bauarbeiten bald beginnen können.

Vor allem die Indersdorfer Turnhalle ist in einem schlechten Zustand. Der Landkreis hofft, dass die Bauarbeiten bald beginnen können.

(Foto: Toni Heigl)

Sowohl die Fachoberschule in der Marktgemeinde als auch die Sporthalle sollen erweitert und instandgesetzt werden

Von Jacqueline Lang, Dachau

Gleich drei umfangreiche Baumaßnahmen stehen in Markt Indersdorf an: Zum einen soll die Erzbischöfliche Fachoberschule Vinzenz von Paul (FOS) einen Erweiterungsbau bekommen, zum anderen sind eine Sporthallenerweiterung sowie die Generalinstandsetzung des Alt- sowie Neubaus, der bereits bestehenden Turnhalle, der Gymnastikhalle und des unterirdischen Verbindungsgangs geplant. Und obwohl die Schulträgerin in diesem Fall die Erzdiözese München und Freising und nicht der Landkreis Dachau selbst ist, sind die Bauvorhaben auch für den Landkreis mit erheblichen Kosten verbunden, die für den Haushalt 2022 zu einer weiteren Belastung werden könnten. Auch deshalb reagierte der Schul- und Kreisausschuss in einer jüngsten Sitzung eher verhalten auf einen Antrag von Kreisrat und Indersdorfer Bürgermeister Franz Obesser (CSU), der vorschlug, statt der Machbarkeit einer Zweifachturnhalle gleich einer Dreifachturnhalle zu prüfen. Letztlich einigte man sich darauf, zu prüfen, ob diese Erweiterung ein deutliches Mehr an Kosten versuchen würde. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werden die Pläne dem Gremium noch einmal vorgestellt.

Dass der FOS-Erweiterungsbau kommen soll, ist längst beschlossene Sache und mit 5,448 Million Euro auch bereits im aktuellen Kreishaushalt aufgeführt. Zu prüfen gilt allerdings laut Beratungsvorlage noch, ob es mögliche "Flächenpotenziale" für FOS-Räumlichkeiten auf dem Areal des Altbaus, Neubaus, der Turnhalle, des Verbindungsgangs und der Gymnastikhalle "einschließlich der Prüfung funktionaler Optimierungen im übrigen Gebäudebestand" gibt. In jedem Fall müsse das Ziel sein, dass die "provisorische Pavillonlösung" zeitnah abgelöst werde. Ob ein Umbau an der Stelle der alten Gymnastikhalle kostengünstiger als ein Neubau im Klostergarten wird, wie die Erzdiözese vermutet, wird vom Münchner Architekturbüro Jesse noch abschließend geklärt.

Sowohl die Sporthallenerweiterung, als auch die Generalsanierung sind indes weder im diesjährigen Kreishaushalt noch in der weiteren Finanzplanung des Kreises für die Jahre bis 2024 enthalten. Albert Herbst, Sachgebietsleiter Kreisschulen und ÖPNV, prognostiziert jedoch für den Zuschuss zum Erweiterungsbau 1,25 Millionen Euro und für die Generalinstandsetzung der bereits bestehenden Turnhalle Kosten in Höhe von 3,13 Millionen Euro für den Landkreis. Aus Sicht von Sachgebietsleiter eine lohnende Investition, vor allem mit Blick auf das Schuljahr 2025/26, wenn der Wechsel zu G 9 erfolgen soll und des damit einhergehenden "sukzessiven Wegfalls der Nutzungsmöglichkeiten der Vereinssporthalle in Röhrmoos". Zudem, auch das merkt Herbst an, könne man das nicht langfristig "so stehen lassen". Denn das geschichtsträchtige Indersdorfer Kloster ist prägend für das Gemeindebild. Klar sei aber auch: "Indersdorf ist im Grunde genommen eine Dauerbaustelle, was aber auch nicht verwundert bei der alten Bausubstanz."

Der Indersdorfer Bürgermeister Obesser äußerte im Ausschuss seine Freude darüber, dass das Großprojekt nun angegangen werde. Jedoch plädierte er für eine Dreifachturnhalle. Diese hätte einen Mehrwert sowohl für die Schule, als auch für die ortsansässigen Vereine und biete auch die Möglichkeit für andere Veranstaltungen. Landrat Stefan Löwl (CSU) widersprach dem nicht, wollte allerdings wissen, wer die Mehrkosten dafür übernehmen würde. Dem hielt Obesser entgegen, dass er davon ausgehe, dass es keine Mehrkosten verursachen werde.

Kreisbaumeister Georg Meier hatte neben den Kosten aber noch ein anderes Problem: Schon die jetzige Turnhalle "knabbert die historische Mauer" des Klosters an. Sollte man an dieser Stelle weitere Baumaßnahmen planen, werde man sicherlich das Amt für Denkmalschutz auf den Plan rufen, so seine Befürchtung. Zudem sei es schwer, die bestehende Satteldachkonstruktion einfach zu erweitern. Leonhard Mösl (ÖDP) seinerseits lobte die Schule samt Turnhalle als ein "Beispiel für Nachhaltigkeit", weil man mit bestehender Bausubstanz arbeite, statt alles abzureißen und einen Neubau hinzustellen. "Jeder Euro", der in die Instandhaltung investiert werde, sei es wert.

Letztlich einigten sich die Kreisrätinnen und Kreisräte einstimmig darauf, prüfen zu lassen, ob statt eine Zweifach- auch eine Dreifachturnhalle für den gleichen Preis realisierbar wäre. "Sollte es für den gleichen Preis gehen, dann sprechen wir noch einmal", erklärte Landrat Löwl. Andernfalls bleibe es bei den bisherigen Plänen, die lediglich eine Zweifachturnhalle vorsehen. Grundsätzlich ist dem Kreis aber daran gelegen, dass die Erzdiözese alle drei Vorhaben zügig umsetzt. Die Kosten für den Erweiterungsbau sowie die Generalsanierung der Turnhalle werden in den Haushalt 2022 eingestellt.

© SZ vom 12.07.2021
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