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Corona-Hilfe:"Irgendwann ist es zu spät"

Als stellvertretende Geschäftsführerin der Neuen Jazzschool in München ist Katrin Neoral häufig mit den Zukunftssorgen junger Menschen konfrontiert.

(Foto: Stephan Rumpf)

Katrin Neoral setzt sich dafür ein, dass Künstler in der Krise besser unterstützt werden. Warum es neben Geld auch noch andere Hilfen braucht und was sie aus der Arbeit mit Politikern gelernt hat.

Von Michael Bremmer

Auf einmal muss Katrin Neoral doch zögern. Sie bleibt kurz stehen. Atmet ganz tief Luft ein und lässt beim Ausatmen die Lippen vibrieren. Zuvor hat sie 30 Minuten beim Spaziergang an der Isar ohne Pause referiert, warum es von großer Bedeutung für die Gesellschaft ist, in der Corona-Pandemie die freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen. Warum sie bei sich Verantwortung für die Künstler spürt. Warum die Hilfe schnell kommen muss. Und warum es ihrer Meinung nach verkehrt ist, die Künstler mit Grundsicherung abzuspeisen. All ihre Argumente unterstützt sie mit ausholenden Gesten, als würde sie im Plenarsaal des Landtags am Pult stehen und versuchen, die Abgeordneten von einer schnellen und ausreichenden Künstlerhilfe zu überzeugen. Aber bei der Frage, ob sie nicht selbst in die Politik gehen möchte, um diese Ziele zu erreichen, stockt sie erst einmal. Sie senkt den Blick, atmet tief aus, dann sagt sie: "Ich ertappe mich schon manchmal bei dem Gedanken: Wie würde ich das jetzt machen? Aber nein, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, in die Politik zu gehen. Dafür bin ich zu direkt, zu emotional und auch zu wenig diplomatisch."

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