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"Cooperativa":Abseits von Pizza und Pasta

Wo München entspannt ist: draußen vor der Cooperativa.

(Foto: Robert Haas)

Mediterrane Kost ohne Sperenzchen und in lockerer Atmosphäre: Willkommen im Restaurant Cooperativa!

Die mediterrane Küche ist ein Klassiker für sich - aber immer nur Pizza und Pasta ist auf Dauer langweilig. In der Cooperativa im Glockenbachviertel kann dem Abhilfe verschafft werden. Hier schlemmt man statt Spaghetti und Pizza Funghi Zitronenhuhn, Scampi und Tintenfisch. Die Basis aller zehn Hauptgerichte ist angebratenes Gemüse, Salat und geröstetes Weißbrot.

Ob drinnen an den urigen Holztafeln oder an den kleinen Metalltischchen auf dem Gehsteig, eng aneinandergedrängt oder mit ausreichend Freiraum - die Cooperativa garantiert entspannte Atmosphäre. Freuen können sich besonders diejenigen, die einen der Tische im hinteren Teil des Lokals ergattern - von hier hat man den besten Blick in die Küche und auf die Künste des Chef de Cuisine.

Los geht es aber mit einem Tages-Sommersalat mit gebratenem Ziegenkäse (6,80 Euro), der sich als herrlich zart erweist. Das kross gebackene Crostini-Brot als Vorspeise wird mit drei verschiedenen Sommerdips, Pesto und Gemüse serviert. Es schmeckt köstlich, aber das grüne Pesto ist nur etwas für hartgesottene Knoblauchfans. Leider ist das Crostini-Brot neben einem kleinen Pasta-Angebot und einer Suppe die einzige "richtige" Vorspeise auf der Speisekarte.

Anschließend kommt ein bunter Mix: orientalisches Lamm (8,80 Euro), Parmesan-Gratinato für die Vegetarier (6,80 Euro) und Tacchinopute (6,80 Euro): locker-würzig, leicht und lecker. Wer nicht gerade am Verhungern ist, kann auch eine kleine Portion bestellen, die ist mit viel Salat und gebratenem Gemüse auch mehr als üppig - und kostet ein paar Euro weniger als die normale Portion.

Trotz einer großen Weinauswahl empfiehlt sich das Bier in der Cooperativa: Allein wegen seines Namens ist das Hasen-Bräu aus Augsburg (3 Euro) eine Kostprobe wert - noch dazu bei sonnigem Wetter.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Da man nicht reservieren kann, platzt das Lokal spätestens ab 20 Uhr, besonders an den Wochenenden, meist aus allen Nähten. Aber die Cooperativa würde nicht Cooperativa heißen, wenn das ein großes Problem wäre. Dann müssen die Gäste einfach "zamrutschn". Trotz vollbesetzter Tische bleibt die Bedienung nett und freundlich.

Spektakuläre mediterrane Kreationen, ausgefallene Weine oder extravagante Desserts? Auf all diese Sperenzchen kann die Cooperativa getrost verzichten, gibt es doch leckeres Essen zu günstigen Preisen, die schmecken, gesund sind und satt machen. Die Cooperativa ist zwar kein Deluxe-Restaurant, aber für hungrige Großstadtkinder definitiv die richtige Adresse.