Bildung:Nachhaltig denken lernen

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Bildung: Nachhaltiges Handeln setzt im Bewusstsein an, wie hier im Unverpackt-Laden in Laim.

Nachhaltiges Handeln setzt im Bewusstsein an, wie hier im Unverpackt-Laden in Laim.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Stadtrat gibt nun doch Geld für Projekte in Kindertagesstätten, Schulen und im Bereich der beruflichen Bildung frei. Ziel ist, das Bewusstsein und das Verhalten der Münchner zu verändern.

Von Kathrin Aldenhoff

Die Stadt will erste Projekte finanzieren, die unter anderem in Kindertagesstätten, Schulen und bei der beruflichen Bildung mehr nachhaltiges Denken und Lernen verankern sollen. Der Bildungsausschuss hat am Mittwoch einem entsprechenden Antrag von Grünen und SPD zugestimmt. Im Sommer hatte der Stadtrat in einer Vollversammlung die Mittel für die Konzeption noch nicht freigegeben.

Mit zunächst einmal 500 000 Euro sollen nun erste Maßnahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Bereich des Bildungsreferats umgesetzt werden. Das Referat für Klima- und Umweltschutz wird zusätzlich 200 000 Euro für konkrete Projekte und Fortbildungen aus dem laufenden Referatshaushalt zur Verfügung stellen. Und es richtet eineinhalb Vollzeitstellen zur Bearbeitung der Aufgaben ein. Um das ganze Konzept umzusetzen, wie es ursprünglich geplant wurde, sind 1,3 Millionen Euro und 30 Vollzeitstellen, verteilt auf sieben Referate, nötig. Die Mittel dafür sollen die Referate von 2024 an beantragen.

Das BNE-Programm setzt in sieben Bereichen an: in der frühkindlichen Bildung, der Schule, dem non-formalen Lernen von Kindern und Jugendlichen, der beruflichen Bildung, der Hochschule, der Erwachsenenbildung und der Verwaltung. Es umfasst rund 400 Einzelmaßnahmen, von neuen Elternbriefen des Jugendamtes bis hin zu Weiterbildungsangeboten für Pädagoginnen und einem Weltacker für München, auf dem Pflanzen angebaut und die Folgen eines sich verändernden Klimas wahrgenommen werden können.

Die anfängliche Absage des Stadtrats an das Konzept hat viele enttäuscht

Die globalen Nachhaltigkeitsziele und auch städtische Ziele wie die Klimaneutralität oder dass München Zero Waste City wird, erforderten nicht nur technische Lösungen, heißt es in der Beschlussvorlage. Das könne nur gelingen, wenn sich Bewusstsein und Verhalten der Münchnerinnen und Münchner ändern. Und dafür brauche es Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Mitarbeiterinnen der Referate und Vertreter der freien Träger hatte die Stadtratsabsage im Juli über damals beantragte 2,5 Millionen Euro überrascht - und enttäuscht. Raphael Thalhammer vom Nord Süd Forum München zum Beispiel sagte, das fühle sich an wie ein Schlag ins Gesicht, wenn man bedenke, wie viel Zeit, Arbeit und Expertise in dieser Konzeption steckten. Im November 2018 hatte der Stadtrat das Referat für Bildung und Sport sowie das Referat für Klima- und Umweltschutz beauftragt, eine BNE-Konzeption für München zu erstellen.

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