Alte Akademie: Moderner Kern

Hier, an der Fußgängerzone, kommt die österreichische Signa-Gruppe ins Spiel. Sie will die Alte Akademie zwischen Oberpollinger und der Sankt-Michaels-Kirche nach den Plänen des Schweizer Büros Morger Partner Architekten umbauen. 2013 erwarb die Signa die Immobilie vom Freistaat Bayern. Seitdem wird diskutiert, wie stark sich das Erscheinungsbild des geschichtsträchtigen Komplexes mit den künftigen Geschäften, Büros, Wohnungen und Gastronomie verändern darf, ein Streit um den Erhalt der Arkaden ist entbrannt.

Die Alte Akademie hat als Stätte der Kultur eine lange Geschichte. Im Krieg waren die Gebäude stark zerstört worden. Später wurden sie rekonstruiert und mit einem Anbau, dem sogenannten Hettlage-Bau, im Stil der Nachkriegszeit wieder errichtet. Vor allem Denkmalschützer befürchten, dass die Altstadt ihren typischen Charakter verliert, wenn die Veränderungen daran zu stark sind. Die Mehrheit des Stadtrates beschloss aber, dass die Arkaden entlang der Kapellenstraße beseitigt werden dürfen. Außerdem wird die Passage am Hettlage-Bau hin zur Neuhauser Straße stark verschmälert. Als Ausgleich soll der sogenannte Schmuckhof, der lange für die Öffentlichkeit unzugänglich war, für Passanten geöffnet werden. Die Arbeiten sind auf drei Jahre angesetzt.

Bis zu Beginn der Bauarbeiten stellt die Signa-Gruppe die Räumlichkeiten zur kostenlosen Nutzung bereit. Von Januar bis Mai werden mehr als 40 Kreative und Kulturschaffende unter dem Motto "Kollaborative Arbeiten" hier einziehen.

28. Dezember 2018, 07:302018-12-28 07:30:25 © SZ.de/infu