Wolf:Schießen ist auch keine Lösung

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will regional die Jagd auf Wölfe eröffnen. Friedliches Miteinander geht anders.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Alle vier Jahre gerät der Wolf ins Fadenkreuz. In vielen ländlichen Gegenden ist er ein großes Thema, die gefährdete Art wird zunehmend wieder in Deutschland heimisch. Wo er auftaucht, reißt er Schafe und Ziegen, sehr zum Leidwesen der Landwirte. Und das wiederum befördert den Wolf regelmäßig in Wahlkämpfe. So auch jetzt.

Als Erste ist diesmal Julia Klöckner darauf gekommen, die Landwirtschaftsministerin. Man müsse den Wolf "regional" bejagen, verlangt die CDU-Politikerin, sonst stehe die Weidetierhaltung vielerorts bald vor dem Aus. Und regional heißt in dem Fall logischerweise: Dort, wo der Wolf am stärksten vorkommt - im Norden und Osten der Republik. Von der roten Liste gefährdeter Arten wird der Wolf so kaum verschwinden. Aber in Wahlkämpfen hat so ein Tier ohnehin nichts zu sagen, und bei den Bauern kommt die Forderung nach der Flinte gut an. Das dürfte auch Klöckner wissen.

Dabei hatte diese Koalition einen ganz guten Kompromiss verabschiedet: Wenn Wölfe tatsächlich ernste wirtschaftliche Schäden verursachen, dürfen sie auch geschossen werden. Sonst nicht. Und wo Tierhalter um ihre Bestände bangen, werden sie beim Bau von Schutzzäunen großzügig unterstützt. Das sorgt am ehesten für ein friedliches Miteinander. Dieses Land ist groß genug auch für den Wolf.

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