Rechtsextremismus:Demokratische Trauer

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Rechtsextremismus: Angehörige der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau 2020 halten bei einer Mahnwache vor dem hessischen Landtag Fotos der Opfer.

Angehörige der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau 2020 halten bei einer Mahnwache vor dem hessischen Landtag Fotos der Opfer.

(Foto: Arne Dedert/picture alliance/dpa)

Terroristische Gewalt wie in Hanau will nicht nur die Einzelnen treffen, sondern die Gesellschaft. Es ist Zeit, dass alle der Opfer gedenken.

Kolumne von Carolin Emcke

Was bedeutet es: um einen Menschen zu trauern? Was bedeutet es: um jemanden zu trauern, der einem nicht durch Krankheit genommen, sondern gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde? Allein, weil dieser Mensch in der menschenverachtenden Ideologie irgendeines Terroristen nichts zählte. Was bedeutet es, um einen geliebten Menschen zu trauern, der durch blinden Hass und skrupellose Selbstermächtigung erst entwertet und dann vernichtet wurde? Allein, weil der Name oder der Körper oder der Glaube dem wahnhaften Mörder nicht passte, allein, weil da jemand aussortieren wollte, wer dazugehören darf zu dieser Gesellschaft und wer nicht, weil da jemand vernichten wollte, was als "störend" oder "gefährlich" fantasiert wurde.

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